Legionäre auf Schalke: S04 stark holländisch geprägt – aber dieses Land liegt vorne

Aktuell verfügt der FC Schalke 04 über keinen deutschen Nationalspieler. Was angesichts von drei Jahren in der 2. Bundesliga wenig überraschend ist. Bei der WM vertreten ist S04 dennoch, dank der beiden Bosnier Edin Dzeko und Nikola Katic sowie dem kurzfristig von Österreich nachnominierten Dejan Ljubicic. „Legionäre“ haben wie überall im Profifußball auch auf Schalke eine lange Tradition. Hier ein Blick in die Historie von S04.
Gyula Toth – dieser Name dürfte den wenigsten Schalke-Fans der Gegenwart etwas sagen. Der im April 1941 geborene Ungar war der erste einer inzwischen langen Liste an ausländischen Spielern beim FC Schalke 04. So ganz erfüllt er die Kriterien eines „Legionärs“ eigentlich nicht, wuchs er doch in Deutschland auf und begann auch hier mit dem Fußballspielen. Seine ungarische Staatsbürgerschaft behielt er aber auch während seiner Karriere im Profifußball, die ihn 1964/65 nach Schalke führte. Der Torhüter kam 25 mal für S04 zum Einsatz, ehe er zum 1. FC Nürnberg weiterzog.
Inzwischen summiert sich die Zahl der Profis im Kader von Schalke 04, die eine andere Staatsangehörigkeit als die deutsche haben oder hatten, auf insgesamt 270.

Bislang wenige S04-Profis aus Asien
Aus etlichen Ländern gab es je nur einen Spieler beim FC Schalke. Aus Wales? Rabbi Matondo. Aus dem Iran? Ali Karimi. Und aus Island? Victor Palsson. Insgesamt wiederum verschaffte sich S04 Verstärkung aus 55 verschiedenen Ländern, wobei diese größtenteils in Europa und Südamerika liegen. Wenige Spieler nur sind es, die aus Asien in Gelsenkirchen anheuerten, wie Junmin Hao aus China oder der gerade erwähnte Ali Karimi aus dem Iran.
Ein wenig überraschend spielten bislang überhaupt erst zwei Spieler aus Schweden bei S04, zufällig zwei Namensvetter: Jordan Larsson und Lennart Larsson. Auch die Schweiz (6 Schalker) und Polen (7) sind nicht ganz so stark vertreten, wie man es bei einem Bundesligaclub vielleicht erwartet hätte.
Die meisten Spiele für S04 absolvierten Profis aus den Niederlanden. Es ist das einzige Land, aus dem Spieler mehr als 1.000 Einsätze für den Revierclub ansammelten, insgesamt 1.310 Pflichtspiele. Diesen Wert erspielten zusammen 15 verschiedenen Profis aus Holland – von Steven van der Sloot über René Eijkelkamp bis zu Klass-Jan Huntelaar, der mit 249 Partien die meisten aller Holländer für S04 absolvierte.
Ebenso viele Spieler kamen auf Schalke aus Brasilien, die aber „nur“ auf 864 Einsätze kommen. Dabei liegt Marcelo Bordon mit 231 Partien an der Spitze.
Und die meisten nichtdeutschen Spieler in der Geschichte von Schalke 04 stellt Österreich. Sechzehn verschiedene Profis aus der Alpenrepublik absolvierten zusammen 620 Pflichtspiele, von denen Alessandro Schöpf (143) die meisten verbuchte.