Große Pläne, großes Spiel: Frank Baumann über Schalker Frauenfußball

Die Bilanz kann sich sehen lassen – vor allem für einen Aufsteiger. Nach fünf Spieltagen in der Regionalliga West liegen die Fußballerinnen des FC Schalke 04 auf einem starken 3. Platz. Nun steht das DFB-Pokal-Highlight gegen die SGS Essen an.
Am Sonntag (27. September, 13 Uhr) erfolgt im Parkstadion der Anpfiff gegen den langjährigen Erstligisten. Von 2004 bis 2026 kickten die Ruhrstädterinnen in der höchsten deutschen Spielklasse. Als beste Platzierung sprang 2019 und 2024 Rang vier heraus.
Doch nur zwei Jahre später mussten die Essenerinnen den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Aktuell belegt die Sportgemeinschaft Essen-Schönebeck Platz vier. Nach der 0:1-Niederlage im Spitzenspiel bei Viktoria Berlin verlor der Absteiger jüngst die Tabellenführung an den Hauptstadtklub.
Zweimal erreichte die SGS das Finale um den DFB-Pokal. Gegen den 1. FFC Frankfurt verlor man 2014 deutlich mit 0:3. Sechs Jahre später gab es eine dramatische Niederlage im Elfmeterschießen gegen den VfL Wolfsburg.
Frank Baumann (50) freut sich auf das Duell gegen die Nachbarinnen aus dem Ruhrpott. „Die Partie gegen die SGS Essen ist sicherlich ein Meilenstein und auch ein Stück weit historisch für den Fußball der Frauen auf Schalke“, erklärt der S04-Sportvorstand in einem Vereinsinterview. Er blickt zurück: „Dass wir ein solches Spiel am Sonntag bestreiten, zeigt auch, welchen Weg wir in den vergangenen Jahren genommen hat und welchen Stellenwert die Abteilung inzwischen im Verein hat.“
„Nachhaltig und langfristig denken“
Baumann, der als Aktiver mit Werder Bremen zweimal den DFB-Pokal gewann (2004, 2009), hofft auf einen Überraschungserfolg gegen das klassenhöhere Team: „Es wäre überragend, wenn sie eine Runde weiterkommen und damit die bisherige Arbeit noch einmal unterstreichen können.“
Der Blick des Sport-Vorstands richtet sich aber nicht nur auf kommenden Sonntag. „Für mich geht es in den nächsten Jahren darum, die Abteilung insgesamt zukunftsfähig weiterzuentwickeln und dabei die richtigen Prioritäten zu setzen“, sagt Baumann mit Blick auf die Abteilung Fußball der Frauen. „Mir ist wichtig, dass wir Entscheidungen nicht kurzfristig treffen, sondern nachhaltig und langfristig denken.“

Sein Ziel ist es, „dass der Frauen- und Mädchenfußball noch selbstverständlicher dazugehört“. Dabei geht es dem Schalker Verantwortlichen aber nicht nur um die sportliche Weiterentwicklung, sondern „auch um verbesserte Bedingungen und professionellere Strukturen“. Ebenso gelte es, „den Austausch zwischen den Fußball-Abteilungen“ weiter zu „stärken“.
Sein Wunsch für die Zukunft: „Wenn wir da in den nächsten Jahren Schritt für Schritt vorankommen und unsere Mannschaften sich gut entwickeln, werden das auch unsere Fans sehen.“