Schalke zieht Schlussstrich: Entscheidung hat weitreichende Folgen für 56.000 Fans

Nach jahrelanger Zusammenarbeit zieht Schalke 04 einen Schlussstrich. Für den Fan-Verband hat die Entscheidung weitreichende Folgen.
Beim FC Schalke 04 stehen große Veränderungen bevor. Der Verein beendet die Zusammenarbeit mit dem Schalker Fan-Club Verband (SFCV) zum 30. Juni 2027. Damit verliert der Dachverband, dem aktuell rund 56.000 Mitglieder angehören, wichtige Aufgaben und finanzielle Unterstützung. Hintergrund der Entscheidung ist unter anderem die rückläufige Entwicklung der organisierten Fanszene.
Während Schalke mittlerweile fast 230.000 Vereinsmitglieder zählt, ist die Zahl der SFCV-Mitglieder seit 2012 von über 95.000 auf etwa 56.000 gesunken. Auch die Anzahl der angeschlossenen Fanclubs ging von rund 1500 auf 850 zurück. „Mit Blick auf die Zukunft wollen wir die Fanclub-Kultur wieder stärken und ihre Basis verbreitern. Leider war die Entwicklung in den vergangenen Jahren eher rückläufig“, erklärt der Schalker Vorstand.
Besonders bei der Organisation der Eintrittskarten hat die Entscheidung Folgen. Bislang war der SFCV für die Verteilung zahlreicher Heim- und Auswärtstickets an seine Fanclubs zuständig. Diese Aufgabe übernimmt Schalke ab der Saison 2027/28 selbst. Für die Fanclubs soll sich zunächst wenig ändern. In der ersten Saison nach der Umstellung erhalten sie weiterhin dieselbe Anzahl an Eintrittskarten wie bisher.
Schalke beendet Kooperation: SFCV verliert Geld und Aufgaben
Derzeit handelt es sich um rund 4000 Tickets pro Heimspiel. Langfristig könnten die Kontingente allerdings angepasst werden. Zudem entfallen die bisherigen finanziellen Zuwendungen an den SFCV. Laut Informationen der WAZ erhielt der Verband zuletzt jährlich einen hohen fünfstelligen Betrag vom Verein. Um die Betreuung künftig eigenständig zu organisieren, schafft Schalke zusätzliche hauptamtliche Strukturen.

„Für die direkte Betreuung der Fanclubs schafft der FC Schalke 04 eine zusätzliche hauptamtliche Stelle als Fanbeauftragter und richtet die Strukturen in der Abteilung Fanbelange für den Kontakt zu den Fanclubs neu aus.“ Unberührt bleibt zunächst der Sitz des SFCV im Schalker Aufsichtsrat. Diesen besetzt aktuell Melanie Illburger. Bereits im Sommer hatten mehrere Fangruppierungen die automatische Entsendung eines SFCV-Vertreters kritisiert.
Ein entsprechender Satzungsänderungsantrag wurde jedoch zurückgezogen. Trotz der Trennung würdigt Schalke die bisherige Zusammenarbeit: „Der Verein würdigt ausdrücklich das langjährige ehrenamtliche Engagement im SFCV, den Bezirken und in den Fanclubs.“