Tillmanns DFL-Kampfansage: „Werden wir nicht mehr akzeptieren“

Auf der Schalker Mitgliederversammlung hat Matthias Tillmann die DFL scharf kritisiert. Die Geldverteilung benachteilige Traditionsvereine.
Auf der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 am heutigen Samstag hat Schalke-Boss Matthias Tillmann eine deutliche Kampfansage an die DFL gerichtet. „In anderen Topligen werden 25 Prozent der Gelder nach Interesse verteilt, in der Bundesliga sind es drei Prozent. Das werden wir nicht mehr akzeptieren“, sagte Tillmann und brachte damit ein Thema auf den Tisch, das Schalke schon länger beschäftigt.
Der Hintergrund ist bekannt, aber die Zahlen machen die Schieflage besonders deutlich. Das DFL-System verteilt das TV-Geld über vier Säulen: Gleichverteilung mit 50 Prozent, Leistung mit 43 Prozent, Nachwuchs mit vier Prozent und Interesse mit lediglich drei Prozent. Für Schalke, einen der mitgliederstärksten und reichweitenstärksten Vereine Deutschlands, ist das ein strukturelles Problem.
In der kommenden Saison erhält der Bundesliga-Aufsteiger laut Sport Bild 36 Millionen Euro von der DFL, weniger als 16 andere Bundesligisten, darunter Hoffenheim mit 62 Millionen und Augsburg mit 52 Millionen. Auch der Aufsteiger aus Paderborn erhält in dieser Saison damit mehr TV-Geld als Schalke 04.
Relevant für Einzelspiele und trotzdem kein fair verteiltes Geld?
Die Situation wird an den Ansetzungen der ersten vier Spieltage besonders deutlich. Am ersten Spieltag reist Schalke als Einzelspiel nach Augsburg. Danach folgt das Samstagabend-Topspiel gegen Bayern München. Am dritten Spieltag geht es freitagabends zu Union Berlin und am vierten Spieltag empfängt Schalke Elversberg erneut im Einzelspiel. Damit ist Schalke neben dem FC Bayern das einzige Team, das an allen vier Spieltagen einzeln angesetzt wird. Die Einschaltquoten rechtfertigen das, denn Schalke gehört zu den relevantesten Klubs der Liga. Das Geld folgt dieser Logik jedoch nicht.

Aufsichtsratschef Axel Hefer hatte das gegenüber der SPORTBILD bereits im Oktober 2024 angesprochen: „Wir haben in der Bundesliga mittlerweile zig Spiele, die keinen Menschen interessieren. Wie kann es sein, dass Vereine für ein Unterhaltungsprodukt im Fernsehen Geld bekommen, obwohl es nahezu niemanden unterhält?“
Widerspruch gibt es allerdings auch. Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro sagte im Kölner Stadt-Anzeiger: „HSV, Schalke und wie sie alle heißen waren in den vergangenen Jahren nicht in der Lage, ihren Verein gut zu managen. Und nun sollen die Versäumnisse der Vergangenheit durch eine andere Verteilung kompensiert werden?“
Tillmanns Kampfansage ist dennoch ein klares Signal. Schalke will das Thema aktiv angehen. Ob der Klub dabei Druck in den DFL-Gremien aufbauen und zudem Allianzen mit Traditionsklubs wie dem HSV schmieden kann, bleibt abzuwarten.