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„Die ewige Nr. 2“ – TV-Doku beleuchtet Karriere von Olaf Thon

Olaf Thon, Des Walker, Paul Parker, WM 1990, Deutschland, England, Halbfinale
Photo by Bongarts/Getty Images

Olaf Thon ist gebürtiger Gelsenkirchener, der trotz seiner schon zu Beginn seiner Karriere gestandenen Anhängerschaft des FC Bayern, zu einem der Urgesteine des FC Schalke 04 schlechthin geworden ist. Dass es an seinen weiteren Wirkungsstätten – eben jener FC Bayern und die Nationalmannschaft – nicht immer so lief wie erwünscht, ist eines der Themen dieser Doku über die Zeit von Olaf Thon als aktiver Fußballer.


Nun wissen nicht nur Fans des FC Schalke 04, dass Olaf Thon keineswegs die ewige Nr. 2 in Bezug auf Titel war. Im Gegenteil, zählt er mit seiner beeindruckenden Sammlung an Titeln zu einem der erfolgreichsten Fußballer der Welt. Schließlich sieht diese wie folgt aus:

  • Weltmeister 1990
  • UEFA-Cup-Sieger 1997
  • Deutscher Meister 1989
  • Deutscher Meister 1990
  • Deutscher Meister 1994
  • DFB-Pokalsieger 2001
  • DFB-Pokalsieger 2002

Doch der Untertitel der Doku verrät, auf welchen Aspekt der Karriere von Olaf Thon diese Doku vermeintlich ihren Fokus liegt. „Im Schatten von Matthäus“ heißt es da, und das ist unbestritten so gewesen, wenn auch nicht zu allen Zeiten in gleichen Maßen.

Produziert und gesendet sowie bei Youtube verfügbar gemacht hat diese Doku Sport1, die hier zu sehen ist.

Titel mit Bayern, Schalke und dem DFB für Olaf Thon

Zu Beginn sieht man natürlich jene drei Tore, die der einen Tag zuvor 18 Jahre alt gewordene Olaf Thon im legendären DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern erzielte, welches 6:6 nach Verlängerung endete. Thon selbst bezeichnete dies zu verschiedenen Anlässen als das Highlight seiner Karriere schlechthin. Dass es gleich zu Beginn seiner Zeit als Profi geschah, hielt ihn nicht davon ab, viele weitere Highlights folgen zu lassen, in seinen Clubs und mit der deutschen Nationalmannschaft.

Vor allem Thon selbst kommt ausführlich zu Wort. Und so erfährt man über seine Karriere, die ihn von 1988 bis 1994 im Bayern-Trikot und ansonsten ausnahmslos in jenem des FC Schalke 04 agieren ließ, im Grunde nicht viel Neues, sofern die Eckpunkte von Thons Karriere bekannt sind.

Gewürzt mit vielen Kommentaren auch anderer Akteure aus jener Zeit bietet sie dennoch Stimmen und Stimmungen, die vielleicht noch nicht so bekannt sind. So erläutert Thon, dass er nach seiner Rückkehr zum FC Schalke 1994 die Rolle als „offensiver Libero“ selbst weiterentwickelte, welche später andere Größen des deutschen Fußballs ausbauten.

Ebenso wird verraten, wieso er damals zum FC Bayern wechselte und nicht zu Hellas Verona, wo in jener Zeit mit Thomas Berthold und Hans-Peter Briegel zwei andere Deutsche spielten. Und dass das Verhältnis zwischen S04 und Thon gegen Ende seiner Karriere nicht mehr das beste gewesen sein soll, ist für manchen vielleicht auch eine Neuigkeit.

Der Abschluss seiner Zeit als Aktiver sei dann aber doch versöhnlich gewesen. Zwei Titel im DFB-Pokal, 2001 und 2002, lindern auch den Schmerz jener verpassten Meisterschaft von 2001, die Fußballgeschichte schrieb, wenn auch nicht gänzlich. Am Ende kommt noch der Versuch Thons zur Sprache, eine Karriere als Trainer zu starten, welcher nur denkbar kurz in die Praxis umgesetzt wurde. Seitdem ist er vor allem Repräsentant jenes Clubs, bei dem er am 5. August 1983 zu seinem ersten Profieinsatz gekommen war: des FC Schalke 04.