Paarung Schalke 04 – Bielefeld weckt Erinnerungen an verkauftes Spiel 1971

Heute Abend ab 18.30 Uhr geht es für den FC Schalke 04 in seiner Veltins-Arena gegen Arminia Bielefeld. Ein Gegner, gegen den man meist sehr positive Ergebnisse erzielt, wie die Bilanz zeigt. Eines der wenigen Male, dass man gegen Arminia verlor, war es allerdings nicht mit rechten Dingen zugegangen, was im Bundesliga-Skandal 1971 mündete. Der WDR blickt zurück auf dieses unrühmliche Kapitel von S04.
Unter den Zuhörern an jenem 6. Juni 1971 im Garten von Horst-Gregorio Canellas weilte auch Bundestrainer Helmut Schön. Als er begriff, was die von Canellas abgespielten Tonbandaufnahmen beinhalten, suchte Schön schnell das Weite. Der Manager der Kickers Offenbach machte damit publik, dass etliche Partien der abgelaufenen Bundesliga-Saison verschoben worden waren.
Als besonders prominent unter diesen betroffenen Spielen gilt das Heimspiel von Schalke 04 gegen Arminia Bielefeld am 17. April 1971 in der Glückauf-Kampfbahn. Bilder dieser Partie zeigt der WDR und erläutert, dass die Schalker Spieler für gerade 2.300 D-Mark pro Kopf bereit gewesen waren, Bielefeld gewinnen zu lassen. Die Arminia kämpfte gegen den Abstieg, Schalke war als Fünfter davon weit entfernt.
Einzig Torhüter Dieter Burdenski, kurzfristig in die Startelf gerückt, wusste nichts von diesem Vorhaben und lieferte eine starke Partie. In dieser gelang Arminia Bielefeld in der 83. Minute dann doch der 1:0-Siegtreffer, welcher in der Endabrechnung zum Klassenerhalt beitragen sollte.

Schalker Spieler verkauften Partie und wurden erwischt
Nach der Aufdeckung der Manipulationen wurden nicht weniger als dreizehn Spieler von Schalke 04 gesperrt – darunter auch deutsche Fußballgrößen wie Klaus Fischer oder Stan Libuda. Schlimmer machten acht dieser dreizehn Schalker Profis alles noch, als sie vor einem ordentlichen Gericht in dieser Angelegenheit zu Meineiden griffen, was S04 den Spottnamen „FC Meineid“ einbrachte. Die Spieler kamen mit Geldstrafen davon und waren mehrheitlich auch rasch wieder als Profis aktiv.
Nicht unerwähnt bleiben sollte jedoch, dass damals etliche Spieler diverser Clubs ebenfalls bereit gewesen waren, Gelder anzunehmen, um Spiele durch ihre Leistung zu manipulieren. Insgesamt 18 Partien sollen betroffen gewesen sein. So wurden nach der Aufdeckung des Skandals auch Profis von Hertha BSC, dem MSV Duisburg, Eintracht Braunschweig, dem 1. FC Köln und dem VfB Stuttgart gesperrt oder anderweitig bestraft. Die meisten von ihnen wurden allerdings wie auch die Profis des FC Schalke 04 relativ rasch wieder begnadigt.
Arminia Bielefeld wurde 1972 die Bundesliga-Lizenz entzogen, den Kickers Offenbach schon im Jahr 1971. Beide kehrten mit unterschiedlichem zeitlichen Abstand aber wieder zurück ins deutsche Fußball-Oberhaus. Eine Klasse darunter sieht man sich heute auf Schalke wieder – wo der Skandal von 1971 in der Veltins-Arena wohl kaum ein Thema sein dürfte.