Schalke News

Pressestimmen zu Tönnies‘ Rücktritt auf Schalke

Schalke Logo
Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Die Nachricht ist erst ein paar Stunden alt, doch die großen Medien wissen bereits, ihre Einschätzung zum Paukenschlag auf Schalke zu formulieren. Clemens Tönnies tritt von allen Ämtern im Club zurück. Wie ist das zu bewerten und was heißt das für die kommenden, weiterhin schwierigen Zeiten auf Schalke?

Der Kicker empfindet die Entscheidung zum Rücktritt vor allem als eines: richtig. Klare Worte im Fachmagazin, das nicht vergisst, Tönnies‘ Verdienste zu erwähnen. Gleichwohl waren die jüngsten „Bärendienste“ dem Image von Schalke 04 nicht zuträglich. Durchsetzungsstark sei er gewesen und nun zeige er in seinem Rücktritt wiederum Konsequenz. „Seine Entscheidungs ist richtig. Alternativlos.“ Doch wer Tönnies nachfolgen solle oder könne, das sei nun die große Frage in Gelsenkirchen. Eine neue ordnende Hand werde dringend benötigt.

„Der Patron gibt auf“ titelt die Süddeutsche Zeitung. Von Jubel bei vielen Anhängern weiß sie zu berichten, verweist aber auch auf die entstandene Betroffenheit im inneren Zirkel des Clubs. Die Zäsur ist schließlich riesig, da Tönnies seit 19 Jahren Vorsitzender des Aufsichtsrats und damit zwar nicht formal, aber de facto der Boss auf Schalke war.

Embed from Getty Images

Druck auf Tönnies wurde immer größer

Bei der FAZ klingt es noch vergleichsweise positiv: „Tönnies macht den Weg frei“. Wohin dieser Weg ohne ihn den krisengeschüttelten Club nun führen wird, das fragt auch die FAZ. Und jemand, der diese aktuell drängendste Frage beantworten könnte, indem er seinen Hut in den Ring wirft, ist nicht in Sicht. Zumal dieser Schritt selbst für Insider ziemlich überraschend gekommen sei, berichtet die FAZ. Vor allem aber betont die Zeitung, dass diese Wendung nun einen echte Chance auf einen Neubeginn für den FC Schalke 04 sei. Dieser werde nicht einfach, Tönnies sei aber für einen Kumpel- und Malocherclub zunehmend untragbar geworden.

Und bei der Deutschen Welle befindet man, dass der „Patriarch vom Volk gestürzt“ wurde. Bezüglich des sportlichen Personals habe er nicht immer glücklich agiert. „Tönnies‘ Alleingänge waren intern gefürchtet.“ Nun hinterlasse er ein immenses Vakuum, dessen Umfang erst in den kommenden Wochen deutlich werden werde. Es sei Zeit für kluge Strukturveränderungen, die Gelegenheit für demokratischere Entscheidungsprozesse. Auch hier nennt man also deutlich neben dem großen Verlust auch die Chancen, die in Tönnies‘ Rücktritt liegen.