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Offener Brandbrief – Fanszene rechnet mit Vorstand ab: „Bankrotterklärung“

Beim FC Schalke 04 brennt in allen Belangen der Baum. Sportlich, personell, im Auftreten den eigenen Fans und Mitglieder gegenüber – und jetzt äußern sich auch noch Teile der Fanszene mit harschen Worten zu den immer tieferen Gräben, die die Vereinsführung zwischen sich und den Fans anlegt. Kernpunkt der Kritik ist, dass man den Kontakt zur Realität auf Schalke verloren habe.


Es ist eine umfangreiche, detaillierte Äußerung und sicher kein Schnellschuss, die die Ultras GE da abgeliefert haben. In der gegenwärtigen Krise legen die Ultras noch einenn drauf, aber das wohlkalkuliert. Denn sie sehen all das in Gefahr, wofür der FC Schalke 04 nicht nur ihrer Meinung nach steht.

Konkret ist es weniger das sportlich „desolate“ Auftreten, das ins Fadenkreuz der Ultras geraten ist. Es sind explizit die Vorgehensweisen der Verantwortlichen in den letzten Wochen, die den Club ihrer Meinung nach „der Lächerlichkeit preis geben“. Sei es der Rassismus-Eklat zu Beginn der Saison von Clemens Tönnies und der verwundernde Umgang damit. Seien es die überhaupt durch die Corona-Krise aufgetretenen Finanznöte und vor allem die „Härtefall“-Affäre.

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Schon länger deutliche Kritik der S04-Fans

Darin hatte der Club seine Anhänger aufgefordert, explizit zu begründen, warum diese das Geld aus bereits gekauften Karten für dann zu Geisterspielen umfunktionierte Karten zurück benötigten. „An Dreistigkeit nicht zu überbieten“, nennen die Ultras diesen Vorgang und treffen damit in diesen Tagen den Nerv auch all jener Schalke-Fans, die nicht zur organisierten Fanszene gehören.

Stattdessen, fordert man in dem öffentlichen Brandbrief, könne der Verein ja einmal selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu könne er transparent machen, wo eigentlich das ganze viele Geld geblieben ist, dass der FC Schalke 04 Jahr für Jahr in seinem Etat stehen hat.

Dem Ganzen die Krone auf setzte dann allerdings die Entlassung langjähriger Mitarbeiter. 24 Fahrern für den Jugendbereich wurde gekündigt. Deren Aufgaben solle nun ein externer Dienstleister übernehmen. All das summiere sich zu einer „moralischen Bankrotterklärung“ urteilen die Ultras hart, aber wohl zutreffend. Man fordert zudem einen Neuanfang mit einer Rückbesinnung auf alte Tugenden und Werte.

Klare Worte der Fans, bei denen abzuwarten bleibt, wie viel davon beim Vorstand ankommt.

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