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Tedesco sauer über Image – und erklärt 4:4 in Dortmund

Domenico Tedesco
Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Ex-Trainer Domenico Tedesco beschwert sich über das Image des „Professors“, das ihm die Medien während seiner Zeit auf Schalke verpassen wollten. Zudem erklärt der gegenwärtige Trainer von Spartak Moskau, wie es damals zum legendären 4:4 beim Revierderby in Dortmund kam.

Auf Schalke habe man ihn in diese Schublade stecken wollen, erklärte Tedesco, wie u. a. die Gießener Allgemeine berichtet. Dazu beigetragen habe sicher seine gewählte Ausdrucksweise auf so mancher Pressekonferenz. Dabei habe er seinen Duktus nur seinem jeweiligen Publikum angepasst und den Journalisten eben fachlich etwas erläutern wollen. Er wisse durchaus, „wen er wie ansprechen muss“. Und verwies darauf, dass er in der Kabine durchaus schon mal ein „Leck mich am Arsch“ haben einfließen lassen, wenn er mit Spielern sprach. Keineswegs habe er bei Spielern eine überfordernde Ansprache gewählt oder mit zu vielen Systemwechseln diese verwirrt.

Der Versuch, ihm dieses Image zu verpassen, ärgert den 34-Jährigen offenbar heute noch. Sonst hätte er dies nicht noch über ein Jahr nach seiner Demission im Jahr 2019 gegenüber den Medien erwähnt. 2018 hatte er den FC Schalke 04 ziemlich überraschend zur Vize-Meisterschaft geführt. In der folgenden Saison stürzte er mit dem Club aber sportlich ab und wurde nach einem 0:7 in der Champions League bei Manchester City entlassen. Danach musste Huub Stevens mithelfen, einen möglichen Abstieg des Clubs zu verhindern.

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Aus für Tedesco nach Manchester-City-Pleite

In die Zeit von Domenico Tedesco fiel aber auch das sagenhafte 4:4 bei Borussia Dortmun, das sich nach einem 0:4-Rückstand wie ein Sieg anfühlte. Erst in der Nachspielzeit gelang Naldo damals per Kopf der Ausgleich, die Schalker Spieler und die Fans vor Ort flippten völlig aus. Und mit ihnen Trainer Domenico Tedesco. Dieser hatte in der Halbzeitpause trotz einem aussichtslosen 0:4 davon abgesehen, auf die Mannschaft verbal einzuprügeln, wie Reviersport berichtet: „Wir hatten zwei Optionen: Entweder wir ergeben uns und hoffen, dass die Nummer schnell vorbei ist, oder wir drehen die beschissene Situation in eine spannende. Schaffen wir es, hier jetzt die zweite Halbzeit für uns zu entscheiden? Das war unser positives Ziel, das wir formulierten.“

Dass es dann tatsächlich dazu reichte, noch den Ausgleich zu erzielen, ist inzwischen Teil der an historischen Momenten nicht gerade armen Schalker Geschichte. Und wirkt dennoch angesichts der aktuellen Lage wie eine Erinnerung an eine ferne Zeit. Momentan befindet sich das Team des neuen Trainers David Wagner in einer Serie von 13 Spielen ohne Sieg in der Bundesliga.