Schalke-Boss schlägt Alarm: „Schadet der Attraktivität der Bundesliga“

Vor dem Bundesliga-Start sorgt Schalke-Boss Matthias Tillmann mit deutlicher Kritik für Aufsehen. Im Mittelpunkt steht die Verteilung der TV-Gelder.
Der FC Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga – bei der Verteilung der TV-Einnahmen findet sich der Aufsteiger allerdings fast am Ende der Rangliste wieder. Vorstandsvorsitzender Matthias Tillmann hält das angesichts der Reichweite des Traditionsklubs für problematisch und stellt das derzeitige System grundsätzlich infrage.
Für die kommende Saison stehen Schalke demnach rund 36 Millionen Euro aus den TV-Einnahmen zu. Im Vergleich mit den übrigen Bundesligisten bedeutet das lediglich den vorletzten Platz. Ein Grund dafür ist, dass bei der Ausschüttung nicht allein die aktuelle Ligazugehörigkeit oder das Zuschauerinteresse zählt. Einen großen Einfluss haben auch die sportlichen Ergebnisse der vergangenen Jahre.
Genau daran stört sich Tillmann. „In der Bundesliga ist die Spreizung bei den TV-Einnahmen besonders groß, viel größer als beispielsweise in der englischen Premier League“, sagte der Schalke-Boss der FAZ. Er sieht dadurch nicht nur seinen eigenen Verein benachteiligt, sondern befürchtet aufgrund der Dominanz des FC Bayern München Auswirkungen auf die gesamte Liga. „Das schadet in meinen Augen der Attraktivität der Bundesliga. Denn ein Wettbewerb, in dem fast immer schon vorher feststeht, wer am Ende gewinnt, ist eben nicht besonders interessant.“
Schalke-Boss Tillmann kritisiert das TV-Geld-System
Nach dem geltenden Verteilungsmodell werden 50 Prozent der Einnahmen über einen Sockelbetrag ausgeschüttet. 43 Prozent hängen von den sportlichen Leistungen über einen längeren Zeitraum ab. Die übrigen sieben Prozent verteilen sich auf die Nachwuchsausbildung und eine Bewertung des Faninteresses.

Aus Schalke-Sicht bildet dieses System die Bedeutung des Vereins nicht ausreichend ab. Die Königsblauen können auf eine große Anhängerschaft zählen, füllen ihr Stadion und ziehen auch vor den Fernsehgeräten zahlreiche Zuschauer an. Tillmann verweist deshalb auf die Diskrepanz zwischen Reichweite und Einnahmen: „Trotzdem bekommen wir jetzt weniger aus dem TV-Topf als 16 andere. Kann das richtig sein?“
Die Forderung nach einer anderen Gewichtung ist allerdings umstritten. Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro hatte entsprechende Vorstöße bereits im vergangenen Jahr zurückgewiesen. Er argumentierte, dass frühere Versäumnisse von Vereinen wie Schalke oder dem Hamburger SV nicht nachträglich durch eine veränderte Geldverteilung ausgeglichen werden sollten. Eine schnelle Reform des bestehenden Systems ist daher derzeit nicht absehbar.