U19-EM: So schlug sich Schalkes Wallentowitz bei Spanien-Pleite

Deutschland verliert das letzte Gruppenspiel bei der U19-EM gegen Spanien. Schalkes Mika Wallentowitz überzeugt auf ungewohnter Position.
Deutschland hat das letzte Gruppenspiel bei der U19-EM in Wales gegen Spanien mit 0:4 verloren und damit den Gruppensieg verpasst. Das Weiterkommen stand bereits vor der Partie fest, Trainer Christian Wörns rotierte entsprechend und nahm gleich neun Wechsel vor. Einer der Eingesetzten war Schalkes Mika Wallentowitz, der erstmals bei diesem Turnier zum Einsatz kam und die gesamten 90 Minuten auf dem Platz stand.
Für Schalke-Fans besonders interessant: Wallentowitz spielte nicht auf seiner angestammten Position als Flügelstürmer oder Schienenspieler, sondern als Rechtsverteidiger in einer Viererkette und erledigte diesen Job gut.
Der 19-jährige Wallentowitz verdiente sich die DFB-Nominierung mit starken Leistungen in seiner Debütsaison. In 13 Zweitligaeinsätzen für die Schalker Profis sammelte er 506 Spielminuten und bereitete unter anderem Edin Dzekos erstes Tor für den Verein vor. Auch in der U19 überzeugte er mit sieben Vorlagen in elf Partien.
Schalke setzt langfristig auf den Flügelspieler und verlängerte seinen Vertrag im Mai bis 2030. Die Vereinsführung sieht in ihm großes Potenzial, betont aber gleichzeitig, dass seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.
Wallentowitz empfiehlt sich trotz Niederlage für die K.o.-Phase
Gegen die überlegenen Spanier konnte neben Wallentowitz allerdings das ganze DFB-Team wenig ausrichten: Sergio Esteban vom Nachwuchs von Atlético Madrid war mit einem Doppelpack in der ersten Hälfte der überragende Mann bei den Spaniern. Das Dortmunder Talent Ousmane Diallo und der eingewechselte José Morante erhöhten nach der Pause auf 0:4. Wallentowitz hatte an keinem der vier Gegentore nennenswerten Anteil.
Laut Sofascore gehörte der Schalker zu den besseren deutschen Akteuren. Defensiv zeigte er solide Werte: vier Grätschen, zwei davon gewonnen, zwei geklärte Bälle, ein geblockter Schuss und eine Balleroberung. Von 13 Zweikämpfen am Boden gewann er sechs, im Luftzweikampf setzte er sich ebenfalls durch. Nur einmal wurde er ausgedribbelt. Gleichzeitig brachte er sich aktiv in die Offensive ein, ohne dabei seine defensiven Aufgaben zu vernachlässigen. Sieben Defensivaktionen insgesamt unterstreichen seinen Einsatz auf der für ihn etwas ungewohnten Position.

Trainer Wörns war nach der Partie ernüchtert: „Das haben wir uns anders vorgestellt, die Backpfeife müssen wir jetzt so nehmen.“ Den Halbfinalgegner erfährt Deutschland am Sonntag. Aktuell führt die Ukraine mit sechs Punkten die Gruppe B an, dahinter folgt Italien mit vier Punkten. Beide bestreiten ihr abschließendes Gruppenspiel noch gegeneinander. Für Wallentowitz dürfte die Leistung gegen Spanien ein wichtiges Signal gewesen sein, dass er im Turnierverlauf noch eine Rolle spielen kann.