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Auf Schalke als Eurofighter triumphiert: Der „Schweiger“ wird 60

Claudio Pizarro, Jiri Nemec
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Aktuell feiert der FC Schalke 04 die feststehende Rückkehr in die Bundesliga. Kurz nach dem letzten Aufstieg vor den jüngsten beiden kam ein Tscheche nach Schalke, der gestern 60 Jahre alt wurde. Beim Beinamen „der Schweiger“ dürfte es maximal bei jüngeren Anhängern Fragezeichen geben, wer sich dahinter verbirgt.


Am 15. Mai 1966 erblickte er das Licht der Welt, wurde in Pacov in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Beim dortigen Club Slavoj Pacov erlernte er das Fußballspielen, ging als 15-Jähriger zum Erstligisten Dynamo Budweis, für den er 1985 auch sein Debüt in der ersten tschechoslowakischen Liga gab. Es folgten je drei Saisons bei den Hauptstadtclubs Dukla Prag und Sparta Prag. Bei letzterem wurde Rudi Assauer auf den defensiven Mittelfeldspieler, da schon längere Zeit Nationalspieler, aufmerksam und holte Jiri Nemec 1993 zu S04.

256 mal spielte der fleißige und laufstarke Nemec in der Bundesliga für Schalke 04. Dazu kamen natürlich Einsätze im DFB-Pokal und auch im Europapokal. Letzteren, konkret den UEFA-Pokal, gewann Schalke 04 bekanntlich 1997, wobei Nemec in beiden Finalspielen die komplette Spielzeit absolvierte. 2001 und 2002 wurde er zudem Sieger des DFB-Pokals, ehe er anschließend seine Karriere in seiner nun tschechischen Heimat ausklingen ließ. Heute ist er dort als Trainer tätig, meist allerdings ohne in vorderster Front zu stehen.

Jiri Nemec, Tschechien, EM 1996, Thomas Häßler
Photo by Mark Sandten/Bongarts/Getty Images

Nemec Stammspieler auf Schalke und für Tschechien

Neben dem eher von den Medien genutzten Beinamen der „Schweiger“ – weil er so gut wie nie Interviews gab – war er auf Schalke auch als der „Stratege“ bekannt. So titulierte Rudi Assauer Nemec häufig, da dieser das Spiel so gut lesen könne. Bei den Fans hingegen firmierte der so bescheidene wie äußerst populäre Tscheche als der „Meister“, berichtet der Club selbst in seiner Gratulation zum 60. Geburtstag.

Aufgrund seiner enormen fußballerischen Qualität blickt Nemec heute auch auf 84 Länderspiele in der zu seiner Zeit starken tschechischen Nationalmannschaft zurück. Noch für die Tschechoslowakei hatte er an der WM 1990 teilgenommen, mit Tschechien spielte er bei den EM 1996 und 2000. 1996 verlor Tschechien das Finale gegen die deutsche Mannschaft und so schrammte Nemec nur ganz knapp an einem noch größeren Titel vorbei.

Auf Schalke würdigte man den „Eurofighter“ bereits 2010 in besonderer Form, als man ihn in die „Ehrenkabine“ berief. Dass er selbst ebenfalls an seinem langjährigen Club hängt, beweist der Umstand, dass der nun 60-Jährige immer noch gerne für die Traditionsmannschaft von Schalke 04 aufläuft und dafür weite Reisen in Kauf nimmt.