Neuer Schalke-Zoff: Jetzt reagiert Clemens Tönnies

Nach dem Bundesliga-Aufstieg herrscht beim FC Schalke 04 plötzlich neuer Zoff. Vor allem Clemens Tönnies reagiert deutlich auf einen umstrittenen Antrag vor der Mitgliederversammlung.
Trotz der Rückkehr in die Bundesliga und der Zweitliga-Meisterschaft steht dem FC Schalke 04 eine hitzige Mitgliederversammlung bevor. Vor allem ein Antrag rund um das Ehrenpräsidium sorgt im Vorfeld für Diskussionen – und nun meldet sich auch Clemens Tönnies selbst zu Wort.
Bei der Versammlung am 18. Juli soll unter anderem über eine Satzungsänderung abgestimmt werden. Vier Mitglieder des Schalker Aufsichtsrates haben beantragt, dass sich das Ehrenpräsidium künftig nicht mehr öffentlich zu operativen Themen oder internen Vereinsangelegenheiten äußern darf. In dem Antrag wird betont, das Ehrenpräsidium habe lediglich „eine ehrenvolle Funktion von vorwiegend ideellem Charakter“.
Brisant ist die Debatte vor allem deshalb, weil mit Huub Stevens und Clemens Tönnies zwei prägende Persönlichkeiten für das Ehrenpräsidium vorgeschlagen wurden. Beide hatten sich in der Vergangenheit regelmäßig öffentlich zu Entwicklungen beim Verein geäußert. Tönnies selbst zeigt sich vom Vorstoß irritiert. „Ich bin immer für den gemeinsamen Erfolg und verstehe dieses Vorgehen nicht!“, erklärte der ehemalige Aufsichtsratschef gegenüber der BILD.
Darum stehen Tönnies und Stevens auf Schalke im Fokus
Nach Informationen der Zeitung vermuten viele Mitglieder hinter dem Antrag einen indirekten Versuch, den Einfluss von Tönnies und Stevens künftig einzuschränken. Beide gelten weiterhin als meinungsstark und besitzen innerhalb des Vereins großes Gewicht – auch ohne offizielles Amt mit Entscheidungsbefugnis.

Besonders Tönnies bleibt unter Teilen der Fans umstritten. Bereits im Februar hatten Anhänger während eines Heimspiels gegen Dynamo Dresden mit Bannern gegen seine mögliche Wahl protestiert. In der Nordkurve waren unter anderem Botschaften wie „CT, steht zu deinem Wort, bleib weg vom Ehrenpräsidium“ zu lesen. Huub Stevens hatte sich zuletzt dagegen klar für eine Rückkehr des 69-Jährigen ausgesprochen. „Mein Rat wäre: Holt Clemens Tönnies wieder mit ins Boot“, sagte der Jahrhunderttrainer im Gespräch mit Sport1. „Das wäre wichtig, denn der Verein braucht finanzielle Unterstützung.“
Offiziell soll die geplante Satzungsänderung jedoch kein generelles Interview-Verbot darstellen. Vielmehr geht es offenbar darum, öffentliche Stellungnahmen zu aktuellen Vereinsfragen oder Empfehlungen zum operativen Geschäft künftig zu unterbinden. Damit zeichnet sich schon jetzt ab: Die Mitgliederversammlung dürfte für den FC Schalke 04 weit mehr werden als nur eine Feier des Bundesliga-Aufstiegs.