Schalke 04: Letzter lebender Deutscher Meister von 1958 wird 90

Am 7. März 1936 wurde Manfred Kreuz in Gelsenkirchen geboren. Gestern vor 90 Jahren also, weshalb der frühere Mittelfeldspieler des FC Schalke 04 einen ganz besonderen Geburtstag begehen durfte. Als einziger Spieler der Meistermannschaft des FC Schalke von 1958 weilt der Manfred Kreuz noch unter den Lebenden.
Begonnen hatte er mit dem Fußball beim SC Hassel, einem Stadtteilverein von Gelsenkirchen. Noch bevor er zum FC Schalke wechselte, begann Manfred Kreuz eine Ausbildung zum Finanzbeamten, als der er seine gesamte Karriere über auch tätig war. 1956 debütierte er schließlich für Königsblau, das auf dem talentierten Fußballer aufmerksam geworden war.
Nur zwei Jahre später erreichte Manfred Kreuz mit Schalke 04 das Finale um die Deutsche Meisterschaft, nachdem er schon auf dem Weg dorthin einige Tore in früheren Runden erzielt hatte. Am 18. Mai 1958 stieg in Hannover das Duell mit dem glänzend besetzten Hamburger SV. Für die Hanseaten war neben Uwe Seeler auch 54er-Weltmeister Jupp Posipal aufgelaufen.
Ein Treffer gegen Schalke 04 gelang aber weder Seeler noch einem anderen Hamburger. Stattdessen traf zweimal Berni Klodt, zum ersten Mal bereits in der 5. Minute. In der 30. Minute ließ Klodt das zweite Tor folgen, vorbereitet von Manfred Kreuz. Und zu guter Letzt machte Kreuz selbst mit seinem 3:0 in der 81. Minute den Deckel drauf – auf dieses Finalspiel und auf die damit gewonnene siebte Deutsche Meisterschaft von Schalke 04.

Mit Koslowski, Klodt und Co zur Meisterschaft 1958
Fast alle seine Mitspieler in jener Elf waren wie Kreuz in Gelsenkirchen geboren und falls nicht, so doch im Ruhrgebiet. Die Meistermannschaft von damals, trainiert von Eduard Frühwirth, liest sich wie folgt:
Manfred Orzessek – Helmut Sadlowski, Günter Brocker – Otto Laszig – Günter Karnhof, Karl Borutta – Heiner Kördell, Manfred Kreuz – Günter Siebert, Willi Koslowski, Berni Klodt
Kreuz blieb Schalke in seiner gesamten Karriere treu, stand auch in der Startelf des ersten Bundesliga-Spiels von S04 im August 1963. Eine tragische Rolle nahm Kreuz bei jenem 0:11 in Mönchengladbach ein, das bis heute die höchste Schalker Niederlage in der Bundesliga ist. Seine Frau war es, die 1967 kurz vor dem Spiel unerwartet verstorben war, was die ganze Mannschaft in Schock versetzte.
Wenig später beendete Kreuz seine Karriere wegen eines Meniskusschadens. Anschließend war er längere Zeit als Trainer der Amateurmannschaft des FC Schalke tätig, jener Club, der ihn gestern u. a. mit den Worten würdigte, er sei „erfrischend sympathisch“ geblieben und zeichne sich durch Bescheidenheit aus.
Als sein wichtigstes Spiel für Schalke 04 bezeichnet Kreuz übrigens nicht jenes Finale von 1958. Vielmehr sei dies ein 2:0 über Borussia Neunkirchen in der Saison 1965/66 gewesen, wodurch Schalke am 32. Spieltag der lange infrage stehende Klassenerhalt gelang.