Geplatzter Wechsel, neue Rolle? Wie Schalke mit Sylla plant

Der FC Schalke plant nach dem geplatzten MLS-Transfer weiter mit Moussa Sylla. Trainer Miron Muslic setzt trotz schwieriger Monate auf die Qualitäten des Stürmers und den Konkurrenzkampf im Angriff.
Eigentlich war die Trennung schon beschlossene Sache. Moussa Sylla stand kurz davor, den FC Schalke 04 zu verlassen und in der MLS beim New York City FC anzuheuern. Doch der Transfer platzte in letzter Minute – und nun muss Trainer Miron Muslic wieder mit dem Angreifer planen.
Der Coach machte vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Samstag deutlich, dass die Situation für alle Beteiligten überraschend kam. „Ich habe mich de facto schon von Moussa verabschiedet“, sagte Muslic offen – um im nächsten Atemzug klarzustellen: „Aber jetzt nehme ich ihn auch wieder in den Arm.“ Sylla bleibt damit Teil des Kaders für die Rückrunde und könnte im Aufstiegsrennen noch eine wichtige Rolle spielen.
Trotz einer bislang enttäuschenden Hinrunde mit nur vier Treffern hält Muslic große Stücke auf den Nationalspieler aus Mali. Der Trainer erinnerte an die Vorsaison, in der Sylla mit 16 Toren maßgeblich zum Klassenerhalt beitrug. „Er ist ein Spieler, der in einer grottenschlechten Saison letztes Jahr 16 Tore für Schalke erzielt hat – ganz wichtige und ganz wesentliche Tore, damit Schalke nicht absteigt“, so Muslic. Seine Überzeugung ist ungebrochen: „Moussa hat die Qualität, Tore zu machen. Viele Spieler haben das nicht, er hat sie.“
Qualität für Schalke: Warum Sylla für Muslic weiter wichtig ist
Entsprechend klar ist der Plan: Der 26-Jährige soll wieder in einen Torlauf kommen. „Stürmer brauchen Selbstvertrauen und wir als Staff müssen den Stürmern Selbstvertrauen geben“, erklärte der 43-Jährige. Gleichzeitig betonte Muslic den sportlichen Wert des Angreifers für die Mannschaft: „Ich bin froh, dass Moussa da ist. Er gibt uns Qualität und pusht den Konkurrenzkampf.“
Dieser Konkurrenzkampf wird vor allem durch Neuzugang Edin Dzeko angeheizt, der gegen Dresden voraussichtlich erstmals in der Startelf stehen wird. Sylla dürfte zunächst auf der Bank Platz nehmen – ein Dauerzustand muss das jedoch nicht sein. Muslic schloss ein gemeinsames Auftreten beider Stürmer nicht aus und sieht ihre Profile als kompatibel an.
Für Sylla selbst bietet die unverhoffte Rückkehr in den Fokus eine neue Chance: Mit Toren könnte er nicht nur Schalke helfen, sondern sich auch wieder für den Transfermarkt empfehlen. Der geplatzte Wechsel in die Major League Soccer wäre dann zumindest sportlich abgehakt – und würde im besten Fall zu einer Win-win-Situation für alle Beteiligten.