Henning Matriciani in der Formkrise – kriegt Geraerts ihn wieder hin?

Er ist absoluter Publikumsliebling auf Schalke. Seit Henning Matriciani, der 2020 vom SV Lippstadt 08 nach Gelsenkirchen wechselte, sich bei den Profis etabliert hat, wird er von den Fans für seine Leidenschaft und seinen Einsatz gefeiert. Zuletzt aber lieferte er einen unglücklichen Auftritt nach dem anderen ab. Seine Formkrise ist unübersehbar. Kriegt Neu-Trainer Karel Geraerts den Verteidiger wieder hin?
Spielerisch hat Matriciani bislang selten etwas zum Zungeschnalzen geliefert. Das muss er aber auch nicht. Weder aufgrund seiner Position auf dem Platz, noch, um die Herzen der Schalker Fans zu gewinnen, wie er es längst getan hat. Sein Kampfeswille ist sprichwörtlich und so manche rettende Grätsche bleibt von ihm in Erinnerung, machte ihn zu einem Spieler, der haargenau zur Schalker Seele passt.
Von erfolgreicher Abwehrarbeit war zuletzt aber immer seltener etwas zu sehen. Zum einen, weil er unter Trainer Thomas Reis nur selten zum Einsatz kam. Zum anderen, weil er dann, wenn er spielte, häufig unglücklich agierte. Besonders enttäuschend verlief sein Auftritt im letzten Punktspiel (1:2 gegen Hertha BSC), als er zwar über 90 Minuten randurfte, dabei aber ein ums andere Mal düpiert, geradezu ausgetanzt wurde.
Baute in Belgien formschwache Spieler wieder auf: Schalke-Trainer Karel Geraerts
Nun ist ein neuer Trainer da. Oft eine gute Gelegenheit für alle Spieler, sich selbst neu aufzustellen und anders, möglichst natürlich besser, zu präsentieren. Dazu erhielt Henning Matriciani von Karel Geraerts im Test gegen Heracles Almelo sogar die Gelegenheit, trotz seines schwachen Auftritts gegen Hertha BSC.
Und prompt verursachte Matriciani das einzige Gegentor beim 4:1-Sieg der Knappen, als ein Rückpass zum Torwart von ihm zu kurz geriet, abgefangen und verwandelt werden konnte. Für die ohnehin angeknackste Psyche von Matriciani dürfte das Gift gewesen sein.
Nun stellt sich die Frage, wie Geraerts mit dem Spieler und dessen schwacher Form umgeht. Geraerts wird nachgesagt, in seiner einen Saison bei Union St. Gilloise viel auf Einzelgespräche, insbesondere mit formschwachen Spielern gesetzt zu haben. Dort zeigten diese häufig Erfolg. Genau das, worauf die Fans nun auch im „Fall“ Matriciani hoffen. Ob es zu solchen Gesprächen zwischen Geraerts und Matriciani kommen wird und falls ja, ob diese eine positive Auswirkung haben werden, muss die nähere Zukunft zeigen.