„Ich liebe Entwicklung“: Ex-Schalker wechselt nach China

Einst galt Heiner Backhaus auf Schalke als Kandidat auf den Trainerposten. Jetzt hat der Coach in China unterschrieben.
Seit dem 20. September ist Backhaus, der als Jugendlicher in der Knappenschmiede ausgebildet wurde, für den chinesischen Klub Beijing Guoan als Trainer der U20-Junioren tätig. Wie es zu diesem kurios anmutenden Schritt kam, erklärte der frühere Braunschweig- und Aachen-Coach im Gespräch mit transfermarkt.
Er habe entschieden, nach „drei Traditionsklubs hintereinander wirklich mal etwas anderes“ machen zu wollen“, sagte Backhaus: „Auch aus Selbstschutz. Mir war klar: Ich liebe das Spiel, ich liebe Entwicklung und ich bin einfach gerne Trainer. Ich konzentriere mich am liebsten auf den Trainingsplatz und mit meinem Trainerteam auf die Entwicklung einer Mannschaft.“
Jugendarbeit in China: Ex-Schalker Backhaus will „Weichen stellen“
Im März 2026 wurde der 44-Jährige bei Zweitligist Eintracht Braunschweig entlassen, zuvor stand er bei Alemannia Aachen und BFC Dynamo unter Vertrag. Als auf Schalke im September 2024 Karel Geraerts gehen musste, galt Backhaus bei seinem Herzensverein als möglicher neuer Trainer, die damalige Sportliche Leitung entschied sich schließlich aber für den Niederländer Kees van Wonderen. Backhaus blieb in Aachen und war dort maßgeblich für die rasante Entwicklung eines gewissen Soufiane El-Faouzi verantwortlich.
Auch in China will er seine jungen Spieler zu gestandenen Profis formen. „Wir wollen eine einheitliche Spielidee von der U15 bis zur U20 entwickeln“, kündigte Backhaus an: „Ich möchte, wenn Schwarz-Weiß-Fernsehen wäre, sehen, wer wir sind. Und irgendwann möchte ich das auch bei den anderen Nachwuchsmannschaften sehen. Nur dann stellen wir die Weichen, dass wir Spieler für oben ausbilden.“ Gerade im technischen Bereich sieht er großes Potenzial im chinesischen Nachwuchs, in Sachen Taktik hat Backhaus dagegen Nachholbedarf identifiziert: „Nach einem Ballgewinn bleiben die Winger oft zu breit und kommen zu wenig Richtung Tor.“

Sein bitteres Aus in Braunschweig hat der Ex-Schalker, der sich sogar ein S04-Tattoo stechen ließ, inzwischen verarbeitet. „Als Trainer muss man sich manchmal mehr schützen. Mich grundsätzlich zu verändern, kommt für mich allerdings nicht infrage. Ich habe in Braunschweig nichts falsch gemacht und keine großen Fehler begangen, aber ich habe für mich etwas mitgenommen“, so Backhaus.