„Zettel sehr lang“: S04-Ikone sieht Schalke vor großem Umbruch

Nach dem möglichen Bundesliga-Aufstieg steht der FC Schalke 04 vor einem großen Umbruch im Kader. Klub-Ikone Tomasz Hajto erwartet einen intensiven Transfersommer und sieht vor allem Frank Baumann gefordert.
Der FC Schalke 04 steht vor entscheidenden Wochen im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga – und mit einem möglichen Sprung ins Oberhaus kämen große Herausforderungen auf den Traditionsklub zu. Das weiß auch Ex-Profi Tomasz Hajto, der die Entwicklung seines früheren Vereins genau verfolgt.
Der ehemalige Verteidiger, der zwischen 2000 und 2004 für die Königsblauen spielte, blickt mit Hoffnung, aber auch Realismus auf die Zukunft. „In der ersten Saison wird der Klassenerhalt sehr schwer. Du brauchst eine andere Qualität im Kader“, betonte Hajto im Interview mit der WAZ. Besonders im Hinblick auf die finanziellen Möglichkeiten sieht er Handlungsbedarf: „Schalke hat aktuell nicht das große Geld, deshalb müssen die Spieler sehr sorgfältig ausgewählt werden. Ich bin mir sicher, dass der Zettel von Baumann mit Spielernamen sehr lang ist.“
Gemeint ist Sportvorstand Frank Baumann, der im Falle eines Aufstiegs wohl zunächst Transfererlöse generieren muss, um überhaupt Spielraum für neue Verpflichtungen zu schaffen. Intern sollen bereits mehrere Leistungsträger als mögliche Verkaufskandidaten gelten.
Hajto sieht Fragezeichen bei Schalke-Star Edin Dzeko
Hajto, der mit Schalke zweimal den DFB-Pokal gewann, erinnert sich derweil gerne an erfolgreichere Zeiten. Besonders prägend sei für ihn die Verpflichtung von Andreas Möller gewesen: „Möller hat auf der Klaviatur gespielt wie ein Meister – und das als Borusse.“ Für ihn steht fest, dass es genau solche Unterschiedsspieler auch künftig braucht: „Im Falle eines Aufstiegs brauche der FC Schalke 04 ebenfalls ‘sechs oder sieben Spieler, die das Klavier tragen, und vielleicht ein oder zwei, die wie damals Möller auf der Klaviatur spielen.’“

Am kommenden Spieltag gegen Preußen Münster wird Hajto selbst wieder in Gelsenkirchen vor Ort sein. Anlass ist das Jubiläum der Pokalsieger-Mannschaft von 2001, die vom Verein eingeladen wurde. Gemeinsam mit früheren Weggefährten wie Marc Wilmots oder Ebbe Sand blickt er auf eine prägende Ära zurück.
Auch die aktuelle Mannschaft beobachtet der frühere Nationalspieler aufmerksam – inklusive Trainer Miron Muslic und Winter-Neuzugang Edin Dzeko. Gerade beim erfahrenen Stürmer sieht Hajto jedoch noch Fragezeichen: „In der Bundesliga spielst du gegen Mannschaften mit viel größeren Budgets und oft extremem Pressing. Da reicht es nicht, nur mitzujoggen.“