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S04-Rückkehr: Ist Clemens Tönnies bereit für ein königsblaues Comeback?

Clemens Tönnies
Foto: IMAGO

Für mehr als 20 Jahre nannte man sie in einem Atemzug. Schalke 04 und Clemens Tönnies schienen unzertrennlich. Doch im Juni 2020 endete abrupt die Amtszeit des heute 69-Jährigen als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Verbunden geblieben ist der Unternehmer dem Revierklub bis heute.


Nach einem massiven Corona-Ausbruch in dessen Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück verlangten Fans Tönnies’ Rückzug vom Schalker Aufsichtsratsvorsitz. Um die Forderungen zu unterstützen, bildeten gut 1.000 Anhänger am 27. Juni 2020 eine Menschenkette rund um das Vereinsgelände. Nur drei Tage später legte Tönnies sein Amt als Aufsichtsratsmitglied bei S04 nieder und trat zudem aus dem Wirtschafts- und dem Eilausschuss des Klubs zurück.

Während der Amtszeit des Fleischfabrikanten gastierte Königsblau häufig im Europapokal. Schalke tummelte sich regelmäßig in der Spitzengruppe der Bundesliga. Focus berichtete im Juni 2013, dass Tönnies dem Verein mit einem Darlehen in Höhe von 30 Millionen Euro aus einer finanziellen Notlage gerettet habe.

„Ich glaube, dass ich bei den allermeisten Mitgliedern in sehr, sehr guter Erinnerung bin“, sagt Tönnies jetzt als Gesprächsgast in dem Podcast OMR. Der 69-Jährige liefert die Begründung gleich mit: „Und warum? Weil ich für die allerbeste Zeit stehe, die Schalke jemals hatte. Das wissen die.“

„Es war eine tolle Zeit“

Nicht wenige aus dem Umfeld des Revierklubs wünschen sich ein Comeback des gebürtigen Rhedaers. „Ich habe Prozessionen hinter mir von Leuten, die mir sagen: ‚Du musst da wieder hin‘“, berichtet Tönnies. Er erinnert sich: „Wir haben in den 26 Jahren, die ich da war, eine tolle Zeit gehabt. Mir ist es gelungen, gute Leute um mich zu versammeln. Es war eine tolle Zeit, ich will keine Sekunde missen.“ Sein Resümee fällt jedoch eindeutig aus: „Aber ich will da auch nicht mehr wieder hin.“

Besonders das Verhältnis zu seinem Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzenden Axel Hefer (48) sei nicht das beste. „Ich würde mit ihm nicht in den Urlaub fahren und ich habe viele Entscheidungen, die er zu verantworten hat, nicht verstanden“, spricht Tönnies Klartext. „Was ich ihm übel genommen habe, ist, dass er meine Bilder, alle Bilder von Clemens Tönnies aus dem Schalke-Museum entfernt hat. Das macht man nicht. Ich bin ein Teil der Schalke-Geschichte. Das macht man nicht!“, empört sich der Unternehmer.

Trotz aller Animositäten bleibe er aber „Schalker durch und durch“, betont Tönnies.