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So baute Peter Knäbel das Schalker Scouting neu auf

Jochen Schneider
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Für emotionale Ausbrüche und unangemessen harte Formulierungen ist der Schalker Sportvorstand Peter Knäbel nicht bekannt. Umso mehr überraschte seine jetzige Wortwahl zum Zustand des Scoutings bei S04 nach seiner Ankunft in Gelsenkirchen. Doch offenbar hat er seitdem gute Arbeit geleistet, die ihn zu dieser Wortwahl berechtigt.

Eine „Ruine“ sei das Scouting gewesen, als er auf Schalke eintraf, erklärte Peter Knäbel auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Wochenende. Damit übte er harsche Kritik an seinen Vorgängern Christian Heidel und Jochen Schneider, die jeweils für diesen Bereich verantwortlich waren. Insbesondere im Falle des eigentlich als gut vernetzt geltenden Christian Heidel, der zumindest in Mainz etliche überaus lohnenswerte Transfers tätigte und jetzt wieder tätigt, überrascht diese Schärfe dann doch sehr.

Zumal Christian Heidel bei seiner Vorstellung 2017 ein viel umfassenderes Scoutingsystem, als es zuvor existiert hatte, ankündigte. 27 internationale Fußball-Ligen würden nun von je einem Mitarbeiter beobachtet, während es zuvor nur eine Handvoll Scouts gewesen war, welche noch dazu eher unsystematisch durch die Fußballwelt geblickt hätten.

Aber Peter Knäbel wird seine Gründe für seine Wortwahl gehabt haben.

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Reschke und Schneider fanden nicht zusammen

So führte er selbst nun aus, dass er in den 15 Monaten seines Wirkens das Scouting des FC Schalke 04 komplett neu aufgebaut habe. Größtes Manko bei der Vorgehensweise unter Christian Heidel sei gewesen, dass man die Spieler allein per Video und TV beobachtet habe. Auf diese Weise handelte man sich teure Flops wie Rabbi Matondo oder Hamza Mendyl ein.

Auch Jochen Schneider änderte die Methodik seinerseits. Unter anderem, in dem er den bekannten – aber auch bekannt schwierigen – Kaderplaner Michael Reschke verpflichtete. Und so kam es auch schnell dazu, dass sich die Strategien von Schneider und Reschke nicht mehr auf einen Nenner bringen ließen – sodass Schalke nahezu überhaupt nicht von Michael Reschkes umfangreichen Kontakten profitierte.

Peter Knäbel holte nun neben Rouven Schröder auch den Ex-Mainzer Chefscout André Hechelmann. Diesem wurden nun vier Video-Scouts, aber auch gleich acht Vor-Ort-Scouts zur Seite gestellt. Mit dem Resultat, dass man nach anfänglichen Schwierigkeiten, die bei einer neu zusammengestellten Mannschaft normal sind, die Liga dominierte und sie als Meister der 2. Bundesliga abschloss. Auf Hechelmann gingen u. a. die Verpflichtungen von Thomas Ouwejan und Ko Itakura zurück, die vielleicht besten zwei Schalker Spieler der abgelaufenen Saison. Mehr Details zur neuen Arbeitsweise des Scoutings von Schalke 04 legt die WAZ in diesem Beitrag dar.