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Auch WDR kritisiert harsch: Schalke braucht Restart

Alexander Jobst
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Der WDR legt in einem langen Kommentar die Finger in die Wunde beim FC Schalke 04. Der gegenwärtige Absturz sei kein Zufall. Es fehle sowohl an sportlicher Kompetenz, an einem ausgewogenen Kader und nicht zuletzt an einem wie auch immer gearteten Plan für die Zukunft, kurzum: an allem.

Zunächst weist Jörg Strohschein in seinem Kommentar beim WDR noch darauf hin, dass dieser Club mit 155.000 Mitglieder einer der größten der Erde ist. Zudem stand Schalke 04 noch im März 2019 im Achtelfinale der Champions League. Dann aber nimmt er kein Blatt vor den Mund, wie das auch die ZEIT vor Kurzem nicht getan hatte.

Was das Sportliche betrifft, könnte man es härter kaum formulieren: „Noch zu großen Teilen zusammengestellt von Ex-Manager Christian Heidel, ist die Mannschaft schlicht nicht mehr konkurrenzfähig und wirkt in ihrer Zusammenstellung wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Mangelndes Tempo, spielerische Mittellosigkeit, kreative Leere sind die Merkmale eines Teams, das nun in seiner Erfolglosigkeit unterzugehen scheint.“

Für die aktuelle Vorgehensweise von Trainer Manuel Baum, seine Spieler zu stärken, findet Strohschein zwar lobende Worte. Dennoch vermisst er einen strukturierten Neubeginn, einen kompletten „Restart“ eben.

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Immer noch Heidels Mannschaft

Dieser sei aber nicht allein in Bezug auf den Kader nötig. Auf Schalke habe man die jüngsten Entwicklungen außer Acht gelassen und gedacht, man werde schon – so wie in den letzten Jahrzehnten durchaus geschehen – schon Lösungen finden. Aktuell seien aber keine in Sicht.

Dem Vorstand aus Jochen Schneider und Alexander Jobst attestiert der WDR, dass diese ihre Zukunftsvisionen nicht offen darlegen und spekuliert, ob diese überhaupt über solche verfügten. Geradezu zwergenhaft präsentiere der Club sich, der noch dazu unter seiner Anhängerschaft zerstritten sei. Dies vor allem in Bezug auf die Zukunft der Strukturen des Clubs. Durch diese vielen Nebenschauplätze sei das Kerngeschäft Fußball auf der Strecke geblieben. Niemand wisse, in welche Richtung man den angeschlagenen Tanker steuern solle. Dass es zurzeit vor allem bergab gehe, sei aber kein Zufall, sondern diesen Wirren und dem Verirren geschuldet. Es helfe nur ein Restart mit einer klaren Zielsetzung und neuen Ausrichtung.