Freiburg-Ultras verspotten Schalke-Fans – doch treffen einen wunden Punkt

Mit einem provokanten Banner sorgen Freiburgs Ultras gegen Schalke 04 für Aufsehen. Doch hinter dem Seitenhieb steckt eine Kritik, die auch viele Schalker teilen dürften.
Für die Anhänger des FC Schalke 04 war die Auswärtsfahrt nach Freiburg mit erheblichem Aufwand verbunden. Mehr als 500 Kilometer trennten die beiden Stadien, dazu kam eine späte Anstoßzeit am Sonntagabend. Genau diese Umstände griffen die Freiburger Ultras vor dem Bundesliga-Duell auf – allerdings mit einer ziemlich provokanten Botschaft.
„Selbst für arbeitslose Schalker ist So, 17.30, ziemlich asozial“, war auf einem großen Banner in der Heimkurve zu lesen. Damit sorgten die SC-Anhänger bereits vor Spielbeginn für Aufsehen. Der Seitenhieb gegen die mitgereisten Gäste dürfte allerdings nicht bei allen Schalkern für Empörung gesorgt haben. Schließlich bezeichnet sich die königsblaue Fanszene in einem ihrer bekannten Gesänge selbst als „asoziale Schalker“.
Vielmehr dürfte die Kritik an der Spielansetzung bei beiden Fanlagern auf Zustimmung stoßen. Denn für die zahlreichen Schalke-Anhänger, die ihre Mannschaft nach Freiburg begleiteten, begann nach dem Abpfiff gegen 19.15 Uhr erst die lange Rückreise. Rund fünfeinhalb Stunden dauert die Fahrt nach Gelsenkirchen unter normalen Bedingungen.
Schalke: TV-Gelder sorgen trotz hoher Einschaltquoten für Frust
Besonders ärgerlich aus Schalker Sicht: Bereits die ersten Pflichtspiele der Saison gegen Halle, Augsburg und Berlin fanden am Abend statt. Ein Bundesliga-Spiel zur traditionellen Anstoßzeit am Samstag um 15.30 Uhr blieb damit zunächst aus. Dass die Königsblauen häufig zu solchen Terminen antreten müssen, hängt auch mit ihrer enormen Zugkraft im Fernsehen zusammen.

Die übertragenden Sender Sky und DAZN setzen gerne auf Begegnungen mit hoher Zuschauerattraktivität. Finanziell profitiert Schalke davon jedoch kaum. In der Bundesliga-TV-Geld-Tabelle rangiert der Traditionsverein lediglich auf dem vorletzten Platz.
Entscheidend für die Verteilung der Einnahmen sind nämlich überwiegend die sportlichen Ergebnisse der vergangenen fünf Jahre und nicht die tatsächlichen Einschaltquoten. Auch auf dem Platz gab es für die Gäste letztlich nichts zu holen. Trotz des Platzverweises gegen Freiburgs Yuito Suzuki in der 64. Minute verlor Schalke mit 1:2. Keisuke Goto erzielte den entscheidenden Treffer für die Gastgeber.