Fährmann packt über bitteres Schalke-Aus aus: „Mir wurde alles genommen“

Nach seinem bitteren Aus beim FC Schalke 04 spricht Ralf Fährmann Klartext. Besonders mit Vereinslegende Marc Wilmots geht der langjährige Keeper hart ins Gericht.
Ralf Fährmann blickt mit deutlichen Worten auf die letzten Monate seiner langen Zeit beim FC Schalke 04 zurück. In seiner Biografie „Schalke und ich – eine Liebesgeschichte“, die von seinem langjährigen Berater Stefan Backs verfasst wurde, erhebt der ehemalige Torhüter schwere Vorwürfe und geht insbesondere mit Schalke-Legende Marc Wilmots hart ins Gericht.
Fährmann zufolge nahm sein endgültiges Aus beim damaligen Trainer Karel Geraerts seinen Anfang. Dieser habe ihm während der Saison 2023/24 mitgeteilt, künftig nicht mehr auf ihn als Nummer eins setzen zu wollen. Kurz darauf suchte auch der damalige Sportdirektor Wilmots das Gespräch mit dem Keeper und versicherte laut Fährmann, keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt zu haben.
Daran zweifelt der 38-Jährige bis heute. Nach seiner Darstellung hatte er Wilmots zuvor durch die Tür der Trainerkabine diskutieren hören. Dabei soll der Belgier den Satz „Der Fährmann muss weg“ gesagt haben. Entsprechend wenig hält der langjährige Schalke-Keeper von der anschließenden Erklärung des früheren Eurofighters.
Fährmann schießt gegen Schalke-Legende Wilmots
Auch darüber hinaus spart Fährmann nicht mit Kritik. Wilmots sei bereits vor Kameras „ein eher minderbegabter Gesprächspartner“. Im direkten Austausch sei sein Eindruck sogar noch schlechter gewesen. Der Belgier blieb tatsächlich nur wenige Monate als Sportdirektor bei den Königsblauen. Für Fährmann verschärfte sich die Situation im Sommer 2024 weiter. Der langjährige Stammkeeper wurde zur U23 versetzt und fühlte sich zunehmend vom Profibereich ausgeschlossen.

Wie sehr ihn der Umgang des Vereins getroffen hat, macht er in seiner Biografie deutlich: „Und so wurde mir, der mit 14 Jahren seine Heimat und Familie für Schalke verlassen hatte, alles genommen. Mein Trainings-Parkplatz – weg. Kabinenverbot. Ich durfte nicht mehr duschen. Musste mich gefühlt in einem Dixi-Klo umziehen, da die U23 in einem provisorischen Containerdorf untergebracht war. Musste mit Amateur- und Jugendspielern trainieren. Und auch meine Tickets für die Spiele wurden mir weggenommen.“
Inzwischen lebt Fährmann in der Schweiz. Trotz des enttäuschenden Abschieds ist die emotionale Bindung zu seinem langjährigen Verein aber geblieben. „So sehr ich versucht habe, Schalke zu ignorieren, es gelingt mir nicht. Ich verfolge alle Spiele im TV und wünsche den Fans so sehr sportlichen Erfolg. Trotz allem: Ich liebe Schalke. Das ist die Wahrheit.“