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„Riesenskandal“: Darum fordert Schalke mehr TV-Geld

Matthias Tillmann
Foto: IMAGO

Der FC Schalke 04 fordert eine Reform der TV-Geld-Verteilung in der Bundesliga und sieht sich gegenüber anderen europäischen Top-Ligen deutlich benachteiligt.


Die Rückkehr in die Bundesliga sorgt beim FC Schalke 04 zwar für höhere Einnahmen, doch bei den TV-Geldern bleibt der Traditionsverein im Ligavergleich weit hinten. Auf der Mitgliederversammlung machte der Vorstand deshalb erneut deutlich, dass sich der Klub weiterhin für eine Reform der Verteilung einsetzen will. Vorstandsvorsitzender Matthias Tillmann verwies darauf, dass Schalke in der kommenden Saison rund 36 Millionen Euro aus der zentralen TV-Vermarktung erhält.

Trotz des Bundesliga-Aufstiegs bedeutet das im Vergleich mit den übrigen Erstligisten lediglich Rang 17. Aus Sicht der Königsblauen wird die enorme Anziehungskraft des Vereins bei der Verteilung bislang nicht ausreichend berücksichtigt. „Wir tragen zur Attraktivität der Bundesliga bei“, betonte Tillmann. Gleichzeitig kritisierte er, dass der Faktor Einschaltquoten und Zuschauerinteresse derzeit nur einen sehr kleinen Teil des Verteilungsschlüssels ausmacht. Seine Botschaft war eindeutig: „Wir wollen das nicht akzeptieren!“

Grundlage der aktuellen Verteilung ist das sogenannte Vier-Säulen-Modell der Bundesliga GmbH. Die Hälfte der Medienerlöse wird gleichmäßig auf die 36 Profiklubs verteilt. Weitere 43 Prozent richten sich nach den sportlichen Ergebnissen der vergangenen fünf Jahre. Für Nachwuchsarbeit und den Faktor Interesse bleiben lediglich vier beziehungsweise drei Prozent übrig.

Schalke kritisiert die TV-Geld-Verteilung scharf

Vor allem dieser letzte Punkt sorgt auf Schalke für Unverständnis. Aufsichtsratschef Axel Hefer bezeichnete die aktuelle Regelung sogar als „Riesenskandal“. Aus seiner Sicht würde die gesamte Liga wirtschaftlich profitieren, wenn Vereine mit hoher Strahlkraft stärker berücksichtigt würden.

Matthias Tillmann
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Tillmann verweist dabei auf andere europäische Top-Ligen. „In anderen Ligen werden 25 Prozent nach Interesse verteilt, hier sind es drei Prozent“, erklärte der Vorstandschef. Gerade große Traditionsvereine würden maßgeblich dazu beitragen, dass Fernsehsender hohe Summen für die Übertragungsrechte bezahlen. Deshalb müsse dieser Faktor künftig deutlich stärker gewichtet werden.

Kurzfristig ist eine Änderung allerdings unwahrscheinlich. Der aktuelle TV-Vertrag läuft noch bis zum Ende der Saison 2028/29. Erst im Zuge der nächsten Rechteperiode dürfte über einen neuen Verteilungsschlüssel entschieden werden. Bis dahin will Schalke weiter für seine Position werben und innerhalb der Liga Mehrheiten für eine Reform gewinnen.