Goatriciani: Wie ein Schalker Derby-Held zur Modemarke wurde

Henning Matriciani spricht beim WAZ-Talk über seine Verletzung, seinen Schalke-Abschied und wie aus einem Spitznamen seine Modemarke wurde.
Es ist die 90. Minute des Revierderbys 2023, Schalke kämpft gegen den Abstieg, Dortmund um den Meistertitel. Als Nico Schlotterbeck zum Abschluss kommt und der Ball vor den Füßen von Mahmoud Dahoud landet, scheint das 3:2 für den Erzfeind unvermeidlich. Freie Bahn, elf Meter, eine hundertprozentige Torchance. Was dann passiert, werden Schalke-Fans nicht vergessen: Ein blauer Stutzen wirft sich in die Schussbahn, eine unfassbare Grätsche blockt den Ball und rettet das 2:2. Henning Matriciani ist der Held des Abends und bekommt dafür von den Fans einen Namen, der bleibt: Goatriciani. Eine Kombination aus seinem Nachnamen und dem Titel Greatest of All Time.
Was damals eher scherzhaft begann, ist heute eine Modemarke. Beim WAZ-Talk in der Glückauf-Kampfbahn erzählte Matriciani erstmals ausführlich, wie es zur Gründung seiner Marke Goatriciani kam. „Den Namen hab ich mir nicht selbst gegeben, den hab ich aus der Fanszene bekommen“, sagte er. Die eigentliche Geburtsstunde der Marke war ein Mannschaftsabend. „Da wurde ich sehr häufig auf ein Trikot von mir angesprochen, das wollten Leute kaufen. Da stand mein Spitzname halt drauf, Goatriciani. Und da hab ich gesagt, nee, das gibt’s nicht. Und da kam das so ein bisschen ins Rollen mit der Marke.“ Die Planung laufe bereits seit über einem Jahr, unterstützt von seinem Berater und einem kleinen Team, das gemeinsam mit ihm in das Projekt hineingewachsen sei.
Matriciani glaubt an Schalkes Bundesliga-Klassenerhalt
Dass aus der Idee ein ernsthaftes Projekt wurde, hat auch mit seinem Kreuzbandriss zu tun. „Gerade mit der Verletzung hatte ich dann ein bisschen Zeit, konnte ich mal den Kopf auch da reinstecken, dann musste ich nicht immer über die Verletzung nachdenken.“ Fünf Monate nach dem Eingriff steht Matriciani wieder individuell auf dem Platz. „Ich bin super in der Zeit. So wie es aussieht, wird vielleicht nächsten Monat auch etwas Richtung Mannschaft möglich sein.“ Noch sucht der ehemalige U21-Nationalspieler einen neuen Verein, schließlich wurde sein auslaufender Vertrag auf Schalke nicht verlängert.

Dieser Abschied von Schalke war emotional. „Es war schon schwer, auch die Tage davor. Natürlich hätte ich gerne noch ein paar Minuten gespielt, aber leider war es mit der Verletzung nicht möglich.“ Schalke traut er in der Bundesliga einiges zu. „Kämpfen können wir, beißen können wir und Fußball spielen auch. Das Kollektiv steht zusammen, das ist erst mal das Wichtigste. Von daher bin ich da sehr optimistisch.“