Rettung fürs „Bosch“ – das sind die Pläne des neuen Pächters des Schalker Vereinslokals

Das Aus für das „Bosch“, das Schalker Vereinslokal auf der Kurt-Schumacher-Allee, ist abgewendet. Die angekündigte Schließung durch die bisherigen Pächter bewirkte dann doch, dass sich rechtzeitig ein Nachfolger finden ließ. Über dessen Pläne mit der Institution der Schalker Geschichte berichtet die WAZ.
Für Autor Sinan Sat stellt das „Bosch“ dabei nicht nur Vereinsgeschichte von S04 dar, sondern auch Stadtgeschichte Gelsenkirchens, was er als Lokalredakteur für Gelsenkirchen wohl gut einschätzen kann. Bislang bestanden die Betreiber der Kneipe aus dem Ehepaaar Roy und Jessica Heiligert. Für die beiden war der letzte Spieltag der abgelaufenen Saison – als Schalke mit 1:0 über Eintracht Braunschweig siegte – aber auch ihr letzter Arbeitstag an alter Wirkungsstätte. Die Belastung, neben einer normalen Berufstätigkeit auch noch das Vereinslokal von Schalke 04 zu betreiben, wurde den beiden zu viel, zumal sie auch noch einen kleinen Sohn aufziehen. Ihren Ausstieg hatten sie schon vor einigen Monaten angekündigt.
Die Ungewissheit, ob das „Bosch“ je wieder seine Pforte öffnen würde, trieb so manchen in Gelsenkirchen ansässigen Schalke-Fan seitdem um. Doch nun können alle Besorgten aufatmen. In Vesko Bukumiric hat sich ein neuer Pächter gefunden, weiß die WAZ. Dieser ist in Gelsenkirchen kein Unbekannter, betreibt er doch bereits zwei weitere Kneipen in der Stadt. Sowohl das „Kiek ma rin“ in der Feldmark als auch der „Warsteiner Treff“ in der Altstadt hat Bukumiric unter seinen Fittichen.

Früher Stammkneipe von Ernst Kuzorra
Nun also auch das „Bosch“, womit dieses in doppelter Hinsicht in guten Händen sein dürfte. Der erfahrene Gastronom ist natürlich selbst auch eingefleischter Fan des FC Schalke 04. Noch kann die Kneipe, in der schon Ernst Kuzorra und Co ihre Pilsken schlürften, aber nicht wieder öffnen. Erst muss die Konzession dafür durch die Stadt Gelsenkirchen erteilt werden. Dann aber wird das in unmittelbarer Nähe der Glückauf-Kampfbahn gelegene Lokal allen Durstigen wieder zur Verfügung stehen – selbst wenn sie keine Fans von Schalke 04 sein sollten.
Bukumiric hält einige seiner Pläne mit dieser Kneipe noch geheim. Er garantiert aber, dass der 1960er-Jahre-Charme des „Bosch“ in jedem Fall erhalten bleiben wird. Sinan Sat blickt abschließend noch auf zwei Kapitel der Geschichte dieser Kneipe zurück, die schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg Vereinskneipe von S04 war. Ab 1948 betrieb Otto Tibulsky, ehemaliger Spieler, diese Kneipe. Erst 1971 erhielt sie nach dem damals neuen Pächter jenen Namen, den sie bis heute behielt. Zur Geschichte von Schalke 04 gehört das „Bosch“ unzweifelhaft – und wird neben dieser Vergangenheit nun auch wieder eine Zukunft haben.