Bestcase für Schalke? Paderborn folgt Elversberg in die Bundesliga

Paderborn steigt auf und Wolfsburg erstmals ab. Darum erhöht die neue Konstellation die Chancen auf den Bundesliga-Klassenerhalt von Schalke.
Der FC Schalke 04 kann mit vorsichtigem Optimismus auf die kommende Bundesliga-Saison blicken. Denn die Zusammensetzung der Liga spielt den Königsblauen durchaus in die Karten. Mit der SV Elversberg und dem SC Paderborn steigen zwei Vereine aus der 2. Bundesliga auf, die finanziell und strukturell deutlich kleinere Voraussetzungen mitbringen als die abgestiegenen Bundesligisten.
Besonders relevant aus Schalker Sicht ist dabei der Abstieg des VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen verloren das Relegations-Rückspiel beim SC Paderborn mit 1:2 nach Verlängerung und müssen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Gemeinsam mit Heidenheim und St. Pauli verabschiedet sich damit ein Trio aus der Liga, das bereits mehrere Jahre Bundesliga-Gelder kassieren und entsprechend investieren konnte.
Vor allem Wolfsburg wäre für Schalke ein äußerst unangenehmer Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt gewesen. Laut transfermarkt.de besitzt der VfL einen Kaderwert von 234,6 Millionen Euro und ist damit sogar der wertvollste Bundesliga-Absteiger aller Zeiten. Schalke liegt aktuell bei etwa 46 Millionen Euro und hätte damit finanziell kaum mit Wolfsburg konkurrieren können.
Bedient sich Schalke bei den Absteigern aus Düsseldorf und Wolfsburg?
Durch den Wolfsburg-Abstieg muss sich Schalke nun unter anderem mit Elversberg und Paderborn messen. Beide Aufsteiger besitzen einen niedrigeren Kadermarktwert als der S04. Außerdem gewann Schalke in der abgelaufenen Saison alle vier Duelle mit den beiden Vereinen.

Elversberg liegt bei rund 28 Millionen Euro Gesamtkaderwert, Paderborn bei knapp 40 Millionen. Realistisch betrachtet fällt der SCP-Wert sogar noch geringer aus, da Torwart Dennis Seimen mit seinem Marktwert von zehn Millionen Euro lediglich vom VfB Stuttgart ausgeliehen ist. Damit bewegen sich diese beiden Aufsteiger deutlich unter Bundesliga-Niveau. Zum Vergleich: Union Berlin besitzt als aktuell wertschwächster Bundesligist einen Kaderwert von 124 Millionen Euro.
Für Schalke erhöht diese Konstellation die Chancen auf den Klassenerhalt spürbar. Schließlich müssen die Königsblauen mindestens zwei Teams hinter sich lassen, um in der Liga zu bleiben. Gegen Vereine mit ähnlichen oder kleineren finanziellen Möglichkeiten erscheint das realistischer als gegen einen Klub wie Wolfsburg, der jährlich etwa 70 Millionen Euro von VW erhält.
Dazu könnte Schalke sogar doppelt vom Wolfsburg-Abstieg profitieren. Mehrere Spieler dürften den VfL verlassen und könnten plötzlich interessant oder finanzierbar werden. Namen wie Ex-Schalker Moritz Jenz, Jan Bürger, Aaron Zehnter oder Bence Dardai könnten den Markt im Sommer noch einmal spannend machen. Zudem zeigen die Gerüchte um Düsseldorfs Satoshi Tanaka und Cedric Itten, dass Schalke solche opportunistischen Transfers in Erwägung zieht.