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Kicker-Podcast: Kann Schalke sich einen Bundesliga-tauglichen Kader leisten?

Frank Baumann
Foto: IMAGO

Sportlich könnte es kaum besser laufen für den FC Schalke 04, sieht man davon ab, dass überhaupt in der 2. Bundesliga zu spielen eine unerwünschter Zustand ist. Der Aufstieg winkt, schon am nächsten Spieltag. Doch die Finanzlage bleibt auch bei einem Aufstieg „kompliziert“, weiß der kicker in seinem Daily-Podcast zu berichten.


Zunächst einmal räumt der Schalke-Experte des kicker, Toni Lieto ein, dass er sich mit seiner Annahme getäuscht hat, dass diese Mannschaft auch noch Rückschläge erleiden wird. Vielmehr ist Schalke nun seit elf Spielen ungeschlagen, weilt seit dem 8. Spieltag auf einem direkten Aufstiegsplatz. Und dieser, der Aufstieg, sei dem FC Schalke 04 wohl nicht mehr zu nehmen, meint auch Lieto. Der keinen speziellen Ort kennt wie einen Rathausbalkon oder einen innerstädtischen Platz, an dem die Feierlichkeiten im Aufstiegsfalle abgehalten werden. „Schalker feiern überall“, weiß Lieto.

Damit es in der nächsten Saison aber kein böses Erwachen gibt wie nach dem letzten direkten Wiederaufstieg vor vier Jahren, müsse der Kader umgebaut werden. Dafür wiederum muss Frank Baumann ein Budget zur Verfügung gestellt werden, das den S04 nicht automatisch wieder zum Abstiegskandidaten Nr. 1 oder 2 macht. Bei seinen Wintertransfers habe Baumann schon ein sehr gutes Händchen bewiesen. Ähnliches erhofft man sich auch in diesem Sommer von ihm.

Zum Teil ist Baumann selbst für den Umfang seines Budget verantwortlich, wenn er besonders wertvolle Spieler wie El-Faouzi zu Geld macht. Aus sportlicher Sicht müsse man diesen zweifellos behalten, meint Lieto, finanziell aber könne er dem Club durch einen Transfer eminent weiterhelfen.

Soufiane El-Faouzi
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El-Faouzi erster Verkaufskandidat bei S04

Dasselbe gilt für den neuen Hauptsponsor, der längerfristig unterschrieben hat, selbst bei einem Verpassen des Aufstiegs an Bord bliebe und in der Bundeliga sieben Millionen Euro pro Saison einbrächte. Seit der Trennung von Gazprom 2022 zierten nicht weniger als sechs verschiedene Schriftzüge die Trikots der Profis. Nun sei es realistisch, dass in dieser Hinsicht Ruhe auf Schalke einkehre. Auch diesbezüglich habe der Vorstand gute Arbeit geleistet.

Da zudem die Medienerlöse beträchtlich steigen, sollte der Aufstieg gelingen, und der aktuelle Kader ein durchaus brauchbares Fundament besitze, ist Lieto optimistisch, dass Schalke 04 tatsächlich nicht zu den ersten Abstiegskandidaten zählen wird.

Weiterhin problematisch bleibe aber die finanzielle Gesamtlage. Dort sind 150 Millionen Euro Verbindlichkeiten und ein negatives Eigenkapital von fast 100 Millionen Euro zu verzeichnen. Christina Rühl-Hamers sei aber die richtige Person, die sich um die Finanzen von S04 kümmert – wie auch der zuvor genannte Baumann und Trainer Miron Muslic gute Besetzungen seien.

Sie könnten wohl besser sein, die Voraussetzungen für den Klassenerhalt von Schalke 04, doch Anlass zu gedämpftem Optimismus gibt es laut kicker durchaus.