„Klarer Elfmeter“? Schalke hadert nach 1:1 über nicht gegebenen Strafstoß

Nach dem 1:1 des FC Schalke 04 bei Greuther Fürth sorgt eine strittige Szene im Strafraum für Diskussionen. Die Königsblauen fühlen sich um einen möglichen Elfmeter an Dejan Ljubicic gebracht.
Der FC Schalke 04 hat im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga einen möglichen Sieg liegen lassen. Beim Tabellenletzten Greuther Fürth kam der Spitzenreiter am Samstagabend nicht über ein 1:1 hinaus – und haderte anschließend vor allem mit einer strittigen Szene im Strafraum.
In der 53. Minute lag Schalke noch mit 0:1 zurück. Nach einer Flanke in Richtung Strafraum legte ein Mitspieler per Kopf auf Dejan Ljubicic ab, der frei zum Abschluss kommen wollte. Im Zweikampf mit Fürths Reno Münz ging der Mittelfeldspieler jedoch zu Boden und kam nur zu einem harmlosen Abschluss. Schiedsrichter Robert Kampka ließ weiterspielen, auch der Video-Assistent griff nicht ein.
Die Schalker waren sich jedoch sicher, dass ihnen ein Strafstoß zugestanden hätte. In den Wiederholungen war zu erkennen, dass Münz leicht an Ljubicics Hose gezogen hatte. Für Trainer Miron Muslic war die Sache klar: „Ich habe einen klaren Elfmeter gesehen, der Schiedsrichter nicht – deshalb akzeptieren wir die Entscheidung.“ Auch die Spieler fühlten sich benachteiligt. Ljubicic selbst erklärte nach der Partie laut WAZ: „Der Ball wurde super vorgelegt, ich hätte meiner Meinung nach das Tor gemacht, verliere aber die Balance.“
Elfmeter für Schalke? Terodde widerspricht
Youri Mulder, Direktor Profifußball bei den Königsblauen, argumentierte ebenfalls für einen Strafstoß. „Dejan ist durch die Aktion des Abwehrspielers total aus der Balance geraten. Und das macht er nicht absichtlich“, sagte der Niederländer und kritisierte vor allem den Regelspielraum bei solchen Situationen.

Eine andere Einschätzung lieferte dagegen ausgerechnet ein ehemaliger Schalker. Sky-Experte Simon Terodde sah in der Szene keinen klaren Regelverstoß: „Münz kommt nicht richtig in den Zweikampf. Ljubicic kommt ein bisschen aus dem Tritt – aber das reicht nicht für einen Elfmeter.“
Immerhin gelang Ljubicic später noch der Ausgleich. Mit einem wuchtigen Fernschuss in der 75. Minute egalisierte er die frühe Führung von Dennis Srbeny und sicherte den Königsblauen zumindest einen Punkt. Der Ärger über die Entscheidung blieb dennoch groß. Das Remis in Fürth sorgt daher nicht nur sportlich, sondern auch in der Diskussion um den möglichen Elfmeter für Gesprächsstoff.