2. Bundesliga

Stolpergefahr beim Schlusslicht? Darum darf Schalke Fürth nicht unterschätzen

Timo Becker
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Fürth steht unten drin, hat aber vorne Qualität und ist bei Standards brandgefährlich. Schalke muss trotz Favoritenrolle vorbereitet sein.


Schalke fährt als Tabellenführer zum Schlusslicht und genau darin steckt die größte Gefahr. Denn Fürth ist das scheinbar abgeschlagene Kellerkind und hat genug Offensivqualität, um S04 weh zu tun, vor allem, wenn ein Spiel wild wird. Und das passiert bei Fürth auffallend häufig: In Partien mit Fürth-Beteiligung fallen im Schnitt knapp vier Tore, das ist Ligahöchstwert.

Im Fokus stehen zwei Namen. Branimir Hrgota kommt in dieser Saison bisher auf drei Tore und fünf Vorlagen. Er bringt Erfahrung aus 138 Bundesliga-Spielen mit. Noch auffälliger ist Noel Futkeu: Zehn Tore und drei Vorlagen trotz Tabellenplatz 18 rufen Bundesligisten auf den Plan. Seine Dynamik und Torgefahr könnten zum Faktor werden. Schalke muss sich also auf eine stärkere Offensive als Magdeburg gefasst machen, dort kassierte man zu Hause drei Gegentore. Auf der anderen Seite wird es Chancen für Schalkes neues Offensivgespann um Edin Dzeko, Adil Aouchiche & Co. geben: Fürths 54 Gegentore sind mit Abstand der schwächste Wert der Liga.

Ein weiterer Punkt, den Schalke ernst nehmen muss, sind die Standards. Fürth hat zuletzt gezeigt, dass es über Ecken und Freistöße gefährlich werden kann. Schalke war in den vergangenen Wochen nicht immer sattelfest bei Hereingaben. Bei Fürths 4:5-Niederlage gegen Magdeburg stellte das Kleeblatt den Torwart zu und erzielte  ganze drei Tore nach Ecken. Der S04 kassierte auf diese Weise bereits gegen Dresden den empfindlichen 2:2-Ausgleich.

Fürth muss auf den Stammtorhüter und den besten Scorer verzichten

Personell fehlen den Franken allerdings zwei wichtige Säulen: Der beste Scorer Felix Klaus ist nach seiner Oberschenkelverletzung noch nicht spielfit. Damit fehlen den Gastgebern sieben Tore und sechs Vorlagen aus 17 Spielen. Dazu fehlt auch Stammkeeper Timo Schlieck weiterhin. Im Tor steht voraussichtlich der 21-jährige Silas Prüfrock.

Noel Futkeu
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Hoffnung macht Fürth der leichte Aufwärtstrend unter Neu-Trainer Heiko Vogel – und das Wintertransferfenster. Dort verpflichtete man mit Jan Elvedi, Aiman Dardari, Sayfallah Ltaief und Paul Will mehrere Sofortverstärkungen. Ltaief und Dardari sammelten bereits jeweils eine Torbeteiligung, und Jan Elvedi stabilisierte neben seinem Tor und seiner Vorlage die neue Fünferkette des Kleeblatts.

Ein torreiches Spektakel zweier Teams mit guten Winterneuzugängen ist also vorprogrammiert. Die Karten waren schnell ausverkauft, und neben den reisefreudigen Schalkern werden aufgrund der S04-Fanfreundschaft und der Fürth-Rivalität auch Nürnberg Fans erwartet. Erschwerend kommt ein Streik im ÖPNV hinzu, weshalb eine rechtzeitige Anreise wichtig ist.