Höwedes fand Rauswurf bei Schalke respektlos: „Hat mich mental mitgenommen“

Auch bald zehn Jahre nach dem Vorfall ist die Art und Weise der Trennung des FC Schalke 04 von Benedikt Höwedes für diesen immer noch ein Thema. Zumindest dann, wenn man ihn, wie bei einer Veranstaltung in der Veltins-Arena geschehen, darauf anspricht. Der Weltmeister gibt zudem Einblicke in sein Seelenleben im Anschluss an seinen Quasi-Rauswurf.
Dass er dort, im Bauch der Heimstätte des FC Schalke 04, überhaupt auftrat, lässt zwar erahnen, dass Höwedes‘ Wunden vernarbt sind. Immerhin wurde er 2023 zum Ehrenspielführer von Schalke 04 gewählt und ist auch ansonsten nicht mehr um Distanz zu jenem Club bemüht, der ihn derart unschön vor die Tür setzte.
Dabei war Benedikt Höwedes, schon 2001 in der Jugend in die Knappenschmiede gekommen, bis zur Trennung 2017 überaus vereinstreu. Elf Jahre spielte er als Profi für keinen anderen Club als Königsblau. In der Saison vor dem Weggang per unfreiwilliger Leihe zu Juventus Turin hatte er sich sogar auf Bitten des Vereins regelmäßig für seine Einsätze Schmerzmittel injizieren lassen, um der Mannschaft zu helfen, verriet Höwedes an jenem Abend im Schalker Stadion.
Trotz dieses enormen Engagements auch unter Inkaufnahme einer Gesundheitsgefährdung wurde Höwedes im folgenden Sommer von Trainer Domenico Tedesco aussortiert. Dass an sich war weniger das Problem als die „respektlose“ Art und Weise der Kommunikation“, welche man damals mit ihm betrieb.

„Unwahrheiten in die Welt gesetzt“
„Es ging für mich um den Umgang. Es wurden Unwahrheiten in die Welt gesetzt und damit bin ich nicht zurechtgekommen“, führte der Verteidiger weiter aus. Das alles habe ihn so sehr getroffen, dass er „mehrere Jährchen“ damit beschäftigt war, es vollends zu verarbeiten.
Im direkten Anschluss an seine Aussortierung schleppte er sich – auch bei seiner nächsten Station Lokomotive Moskau – von Verletzung zu Verletzung, was Höwedes darauf zurückführt, dass er „mental so mitgenommen“ war. Er wollte nichts mehr über den FC Schalke 04 hören, sei zu jener Zeit auch allen Spielern der Knappen in den sozialen Medien entfolgt.
Letztlich habe er es zwar verarbeitet, dafür habe er aber lange gebraucht. „Es ist Vergangenheit“ lautet Höwedes‘ heutiges Fazit zu seinem Empfinden nach diesem Rauswurf – gezogen in der Veltins-Arena, in der er so viele Spiele für Schalke 04 absolvierte und doch unrühmlich gegangen wurde.