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„Schweinepriester“: Scharfe Schalke-Proteste gegen Tönnies

Fans protestieren gegen Clemens Tönnies als Ehrenpräsident
Foto: IMAGO

Der FC Schalke erlebte beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden heftige Proteste aus der Nordkurve. Die Ultras richteten ihren Unmut mit deutlichen Bannern gegen eine mögliche Rückkehr von Clemens Tönnies in das Ehrenpräsidium.


Beim Heimspiel des FC Schalke 04 gegen Dynamo Dresden (2:2) kam es in der Nordkurve zu lautstarkem und deutlich formuliertem Protest der Fans. Rund 20 Minuten nach Anpfiff entrollten die Ultras mehrere Banner, die sich klar gegen den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies richteten.

Auslöser der Aktion sind Überlegungen, Tönnies bei der Mitgliederversammlung am 18. Juli ins Ehrenpräsidium des Vereins zu wählen. Eine rein symbolische Funktion zwar, doch für viele Fans ist selbst diese Rolle nicht akzeptabel. Auf einem großflächigen Banner griffen die Ultras eine frühere Aussage von Tönnies auf: „Aber ich will da auch nicht wieder hin – CT, bleib weg vom Ehrenpräsidium“, war über die Kurve verteilt zu lesen.

Weitere Plakate fielen deutlich schärfer aus. Unter anderem stand dort: „#Stehtauf gegen Rassisten im Ehrenpräsidium!“ oder „Tönnies-Verdienste für unseren Verein: Schulden, Rufschädigung und Intrigen!“. Auch persönliche Beleidigungen wurden offen formuliert, etwa „Halt dich an dein Wort, Schweinepriester!“ oder „Nein zum milliardenschweren Ekelschwein!“.

Klare Botschaft an Tönnies: Schalke-Ultras protestieren beim Dresden-Spiel

Die Ultras kritisieren damit vor allem die Gesamtbilanz der Ära Tönnies. Während der langjährige Klubfunktionär selbst noch vor wenigen Monaten erklärte, er stehe „für die allerbeste Zeit, die Schalke jemals hatte“, sehen große Teile der aktiven Fanszene genau das Gegenteil. Für sie überwiegen finanzielle Altlasten, interne Machtkämpfe und nachhaltige Imageschäden.

Brisant ist der Protest auch vor dem Hintergrund, dass der 69-Jährige dem Verein wirtschaftlich weiterhin verbunden ist – unter anderem als Logeninhaber und Premiumpartner über sein Unternehmen. Bei Spielen ist er jedoch kaum noch im Stadion präsent.

Das Verhältnis zwischen den Ultras und der aktuellen Vereinsführung gilt grundsätzlich als stabil. Umso klarer fiel nun das Signal aus der Nordkurve aus: Eine Rückkehr von Clemens Tönnies – selbst in ehrenhafter Form – stößt bei vielen Schalke-Fans weiterhin auf entschiedenen Widerstand.