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„Ich habe das gebraucht“: Ex-Schalker Brunner gesteht Alkohol-Problem

Cedric Brunner
Foto: IMAGOy

Nach dem Ende seiner Profikarriere spricht Cedric Brunner offen über Alkohol als jahrelanges Ventil im Fußballgeschäft. Der frühere Schalker schildert dabei auch die enormen mentalen Belastungen auf dem Platz.


Der frühere Bundesligaprofi Cedric Brunner hat offen über seinen Umgang mit Alkohol während der aktiven Karriere gesprochen. Der Schweizer, der seine Profilaufbahn im Januar 2025 im Alter von 30 Jahren beendete, schilderte auf Instagram, dass Alkohol für ihn über Jahre ein fester Bestandteil war – als Ventil nach den Spielen.

„Ich war kein Alkoholiker, aber ich finde es speziell, dass das mein erster alkoholfreier Monat seit 14 Jahren ist“, erklärte Brunner in einem Video. Zwölfeinhalb Jahre davon habe er als Fußballer verbracht, zehn Jahre als Profi. Der bewusste Verzicht habe nichts mit dem Trend „Dry January“ zu tun, betonte er, und sei auch kein Anlass, sich selbst zu feiern. Vielmehr sei ihm rückblickend klar geworden, wie ungewöhnlich sein Konsum war.

Besonders eindrücklich beschrieb Brunner die Gründe: „Ich habe das gebraucht, dieses Ventil, einmal in der Woche abschalten nach dem Spiel, einfach vergessen und – so hart es klingt – betäuben.“

Ex-Schalker Brunner spricht über mentale Belastungen im Profifußball

Auch nach dem Karriereende habe er zunächst „gar keinen Grund mehr, zu verzichten“ gesehen. Für seine Offenheit erhielt er viel Zuspruch, unter anderem von seinem früheren Teamkollegen Marius Müller.

Neben dem Alkoholthema sprach Brunner zuletzt auch über die psychischen Belastungen des Profifußballs. In der Kehrseite berichtete er von massiven Versagensängsten, die sich an Spieltagen körperlich äußerten. „Vor den Partien war ich permanent auf dem WC“, sagte er und erklärte, dass diese Nervosität im Team kein Einzelfall gewesen sei. Wirklich genießen konnte er Spiele nur selten: „Ich habe immer gehofft, dass ich keinen entscheidenden Fehler mache.“

Sportlich blickt Brunner auf eine lange Laufbahn zurück. Ausgebildet beim FC Zürich, wechselte der Rechtsverteidiger 2018 nach Deutschland zu Arminia Bielefeld, wo er den Aufstieg in die Bundesliga feierte. 2022 schloss er sich FC Schalke 04 an, konnte den direkten Wiederabstieg jedoch nicht verhindern. Nach insgesamt 153 Pflichtspielen für Bielefeld und Schalke erhielt er 2024 keinen neuen Vertrag mehr.