Trotz Aufstieg: Experte kritisiert Schalke-Kader

Der FC Schalke 04 steht trotz Bundesliga-Aufstiegs bei den Marktwerten schlecht da. Ein Experte kritisiert die Kaderstruktur der Königsblauen und nennt die Gründe.
Sportlich läuft es für den FC Schalke 04 nach der Rückkehr in die Bundesliga bislang ordentlich. Doch abseits des Platzes gibt es durchaus Anlass zur Kritik. Denn obwohl die Königsblauen den Aufstieg geschafft haben, ist der Marktwert ihres Kaders kaum gestiegen. Ein Experte erklärt nun, warum die Schalker im Ligavergleich so schlecht abschneiden.
Besonders auffällig ist die Situation bei den erfahrenen Leistungsträgern. Spieler wie Loris Karius, Nikola Katic und Hasan Kurucay überzeugen zwar mit ihren Leistungen, besitzen aufgrund ihres Alters aber nur noch begrenztes Verkaufspotenzial. „Karius ist für Schalke sehr wichtig, aber aufgrund seines Alters für den Markt eher uninteressant. Hier unterscheidet sich der Leistungswert vom Marktwert stark“, erklärte Tobias Kröger, Marktwert-Verantwortlicher bei „transfermarkt.de“, gegenüber der WAZ.
Mit durchschnittlich 27,7 Jahren gehört Schalke gemeinsam mit Mainz 05 der älteste Kader der Bundesliga. Insgesamt werden die S04-Profis auf 74,5 Millionen Euro geschätzt. Lediglich die SV Elversberg und der SC Paderborn liegen darunter.
Soufiane El-Faouzi macht Schalke Hoffnung
Eine positive Ausnahme bildet Soufiane El-Faouzi. Der 24-Jährige ist mit zwölf Millionen Euro der wertvollste Spieler der Königsblauen. Kröger traut ihm weitere Steigerungen zu: „Das Debüt für Marokko ist auch ein guter Schritt in die richtige Richtung.“ Anders sieht es bei zwei Schalker Zukunftshoffnungen aus. Mertcan Ayhan und Vitalie Becker bringen zwar großes Entwicklungspotenzial mit, erhalten unter Trainer Miron Muslic derzeit aber kaum Spielzeit.

Besonders Ayhan könnte seinen Marktwert von acht Millionen Euro bei regelmäßigen Einsätzen deutlich erhöhen. Bislang stand der 20-Jährige in der Bundesliga jedoch nur 29 Minuten auf dem Platz. Auch Becker hat es schwer. Auf seiner Position erhält Robin Gosens aktuell den Vorzug.
Für die sportlichen Ambitionen mag das sinnvoll sein, für die Entwicklung möglicher Transfererlöse ist es dagegen weniger förderlich. Damit bleibt Schalke in einer schwierigen Situation: Während erfahrene Profis für sportliche Stabilität sorgen, fehlen junge Stammspieler, deren Marktwerte langfristig deutlich steigen könnten.