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Doppelpacker Dzeko erlöst Königsblau: Schalke bezwingt Halle nach Verlängerung

Edin Dzeko
Foto: IMAGO

Der FC Schalke 04 benötigt die Verlängerung um in die 2. Runde des DFB-Pokals einzuziehen. Beim Halleschen FC gewann der Bundesligarückkehrer mit 5:2 (0:1, 2:2). Kastull brachte den Regionalligisten in der 45. Minute in Führung. Ljubicic (62.) und Dzeko per Foulelfmeter drehten die Partie (81.). Nach Stierlins Ausgleich (90.+1) begann die Extrazeit, in der Sylla (98.), Adamu (105.+1) und erneut Dzeko (117.) auf 5:2 stellten.


Schalke-Trainer Muslic nahm im Vergleich zur Generalprobe gegen Real Madrid (0:3) lediglich eine personelle Veränderung vor: Dina Ebimbe ersetzte Adamu und bestritt damit sein erstes Pflichtspiel für S04. Der ehemalige Frankfurter war auch der einzige Sommerzugang in der Anfangsformation. Mit Gosens, Wöber, Tanaka und Adamu nahmen vier Neue zunächst auf der Bank Platz. Die Gäste formierten sich im 3-4-2-1-System mit Sylla als einziger Sturmspitze.

Schalke machte früh Druck und jagte dem Regionalligisten schon tief in dessen Hälfte den einen oder anderen Ball ab. Aufgrund des hohen Pressings von Königsblau stand der HFC tief in der eigenen Hälfte. Ihnen gelang es jedoch erfolgreich, die Knappen vom eigenen Strafraum fernzuhalten.

Kuriose Szene nach einer Viertelstunde: Das Stadion jubelte, die Tormusik lief und sogar auf der Anzeigetafel erschien die Toranimation. Doch der Freistoß des Hallensers Hartmann flog haarscharf links am Pfosten vorbei und berührte lediglich das Außennetz.

Auch auf der Gegenseite lugte der Ball schon einmal ins Tor hinein. Eine Flanke von Vitalie Becker senkte sich in der 27. Minute gefährlich hinter Torwart Bendel und klatschte an die Latte.

Schalke arbeitete jetzt an der Führung. El-Faouzi tankte sich im Strafraum bis zur Grundlinie durch, doch in der Mitte traf Sylla die scharfe Hereingabe aus acht Metern nicht richtig. Bendel tauchte ab und wischte das Leder noch rechtzeitig von der Torlinie (36.).

Die Königsblauen intensivierten ihre Offensivbemühungen, ließen den HFC kaum noch aus der eigenen Hälfte. Das Abwehrbollwerk der Saalestädter hielt den Angriffen jedoch stand.

Nach langer Zeit gab es mal wieder einen Angriff des Regionalligisten. Doch Katic klärte im letzten Moment vor Benyamina per Grätsche ins Toraus. Und diese Ecke sollte Folgen haben: Ein verunglückter Klärungsversuch von Vitalie Becker landete halbrechts vor dem Fünfmeterraum direkt bei Innenverteidiger Kastull, der die Kugel überlegt zum 1:0-Pausenstand ins linke Eck schoss (45.).

Später Schock für Schalke

Zu Beginn des zweiten Durchgangs ersetzte Adamu den unauffälligen Dina Ebimbe.

Schalke erhöhte die Schlagzahl und drängte auf den Ausgleich. Ein Kopfball von Katic flog in der 54. Minute knapp am Tor vorbei. Sylla scheiterte mit einem Schuss aus der Drehung (59.).

In der 62. Minute war es so weit: Ljubicic schaltete nach einem missglückten Klärungsversuch am schnellsten, schnappte sich die Kugel und drosch sie aus kurzer Distanz unhaltbar zum 1:1 in die linke Ecke (62.).

Dejan Ljubicic
Foto: Getty Images

Gosens und Dzeko ersetzten Katic und V. Becker. Schalke formierte sich neu in einer Viererkette mit Timo Becker, Schallenberg, Kurucay und Gosens. Dzeko übernahm den Posten im Sturmzentrum.

Schalke blieb auch nach dem Ausgleich das spielbestimmende Team und drückte weiter auf den nächsten Treffer. In der 70. Minute gab Halle ein offensives Lebenszeichen von sich. Ratifos Kopfball flog als Bogenlampe aber über den Querbalken.

Riesenglück für den HFC in der 78. Minute: Über Umwege landete der Ball im Lauf von Dzeko, dessen Abschluss im Fallen haarscharf am linken Pfosten vorbeikullerte.

Ein Elfmeter brachte Schalke die Führung. Kastull wollte den Ball im eigenen Strafraum klären. Sylla stellte clever den Fuß dazwischen und wurde vom Hallenser Verteidiger getroffen. Dzeko schnappte sich den Ball und hämmerte ihn genau in die Mitte. Bendel hatte sich für die rechte Seite entschieden. Der Favorit lag damit 2:1 in Front (81.).

Die Gastgeber leiteten die Schlussoffensive ein und warfen nun alles nach vorne, um in den letzten Minuten noch den Ausgleich zu erzwingen. Zunächst parierte Karius reaktionsschnell bei einem abgefälschten Schuss von Atilgan. Doch dann musste der S04-Schlussmann tatsächlich den Ball noch aus dem Netz holen. Stierlin zog aus der Drehung ab. Der Ball klatschte an El-Faouzis Oberschenkel und schlug unhaltbar für Karius links unten im Eck zum 2:2 ein (90.+1).

Schalke macht in der Verlängerung alles klar

Schalke atmete einmal tief durch und ergriff in der Verlängerung sogleich die Initiative. In der 98. Minute sollten sich die Bemühungen auszahlen. El-Faouzi steckte links am Strafraum ins Zentrum zu Dzeko durch, der den Ball direkt stark für Sylla ablegt. Dessen Flachschuss schlug trotz einer Berührung von Bendel unten rechts zum 3:2 ein.

Nach dem erneuten Rückschlag fehlte Halle die Durchschlagskraft. S04 stand  defensiv stabil und überließ weitgehend den Gastgebern das Leder. In der Nachspielzeit der ersten 15 Minuten der Verlängerung schraubte Adamu auf 4:2. Sylla löffelte den Ball gefühlvoll vor das Tor und bedient den Neuzugang, der aus kürzester Distanz problemlos einköpfte.

Der HFC gab trotz des Zwei-Tore-Rückstandes nicht auf. Atilgan tauchte völlig frei am Fünfmeterraum auf, doch Karius warf sich mutig dazwischen und blockte den Ball in allerhöchster Not (109.).

Ab der 112. Minute musste der Regionalligist die Partie in Unterzahl weiterspielen. HFC-Torwart Bendel erwischte bei einer Faustabwehr Kastull, der nicht mehr weitermachen konnte. Eine Auswechslung war nicht mehr möglich.

Dzeko legte noch einmal nach. Gosens flankte scharf in den Fünfer. Im ersten Versuch scheiterte der Stürmer noch, machte den Ball im zweiten Anlauf aber im Kasten zum 5:2-Endstand unter.

Fazit: Erst in der Verlängerung knackt Schalke 04 das Abwehrbollwerk des Halleschen FC und zieht nach intensiven 120 Minuten am Ende mit einem deutlichen 5:2 in die zweite Pokalrunde ein. Gegen einen mutig aufspielenden Regionalligisten tat sich Königsblau über weite Strecken extrem schwer und ließ es an Souveränität vermissen.

S04: Karius – T. Becker, Katic (64. Dzeko), Kurucay – Dina Ebimbe (46. Adamu), Schallenberg, El-Faouzi, V. Becker (64. Gosens) – Ljubicic (85. Ayhan), Aouchiche (106. Tanaka) – Sylla

HFC: Bendel – Hauptmann, Halili, Landgraf (85. Atilgan), Kastull – Stierlin, L. Becker (76. Kulke), Hartmann (63. Schmedemann), Damelang – Benyamina (76. Baro), Ratifo (85. Stobbe)

Tor: 1:0 Kastull (45.), 1:1 Ljubicic (62.), 1:2 Dzeko (81., Foulelfmeter), 2:2 Stierlin (90.+1), 2:3 Sylla (98.), 2:4 Adamu (105.+1), 2:5 Dzeko (117.)

Zuschauer: 14.000 (ausverkauft)