Muslic mit ungewohnter Lobeshymne auf S04-Neuzugang Gosens

Muslic gerät bei Gosens regelrecht ins Schwärmen. Der Schalke-Trainer lobt den Neuzugang nicht nur wegen seiner sportlichen Qualitäten.
Robin Gosens ist erst seit wenigen Tagen Spieler des FC Schalke 04, hat bei Miron Muslic aber bereits einen außergewöhnlichen Eindruck hinterlassen. Beim Interview im Schalker Trainingslager fand der Aufstiegstrainer Worte, die man von ihm über einen Spieler bislang nur selten gehört hat. Muslic sieht in Gosens weit mehr als einen erfahrenen Bundesliga-Profi. Für ihn verkörpert der 32-Jährige genau den Spielertyp, den Schalke in diesem Sommer gesucht hat.
„Robin wollte unbedingt für Schalke spielen“, betonte Muslic gleich mehrfach. Der Trainer erklärte, dass er in den vergangenen Monaten viele Spieler erlebt habe, die öffentlich von einer Rückkehr nach Gelsenkirchen gesprochen hätten. Wenn es jedoch ernst geworden sei, hätten sich viele am Ende anders entschieden.
Bei Gosens sei das komplett anders gewesen. „Robin ist hier, weil er das unbedingt wollte. Und das spürst du sofort.“ Nach Aussage seines Trainers habe der frühere Nationalspieler für den Wechsel sogar auf einiges verzichtet. Für Muslic ist genau diese Haltung entscheidend. „Dann kommt einfach ein Charisma, eine Aura, eine Person, die brennt. Das sieht man ihm in seinen Augen.“
Besonders deutlich fiel das abschließende Urteil des Schalke-Coachs aus: „Robin ist ein Bessermacher ohne Wenn und Aber. So einen Spieler haben wir gebraucht, so eine Persönlichkeit haben wir gebraucht und so einen Charakter haben wir gebraucht.“ Für einen Trainer, der seine Spieler öffentlich meist eher sachlich bewertet, sind diese Worte beinahe eine Lobeshymne.
Gosens über Kindheitstraum Schalke und Edin Dzeko
Wie besonders der Transfer für Gosens ist, machte der Linksverteidiger selbst auf SchalkeTV+ deutlich. Dort erzählte er von seinem ersten Besuch in der Arena, als ihn sein Patenonkel im Alter von sechs Jahren mitnahm. „Ich bin die Treppen hochgelaufen, habe auf den Platz runtergeguckt. In dem Moment war mir klar: Das, was ich später machen will, ist einmal da auf diesem Rasen stehen.“ Noch auf der Heimfahrt habe er seinen Vater angerufen und darum gebeten, ihn in einem Fußballverein anzumelden.

Auch sein Weggefährte Edin Džeko habe den Wechsel zusätzlich bestärkt. Der Bosnier habe ihm erzählt, dass selbst nach zahlreichen großen Stadien der Welt die Atmosphäre auf Schalke etwas Besonderes sei. „Wenn man den Sport macht, um Emotionen zu erleben, dann ist alles, was nach Schalke kommt, echt kritisch“, sagte Gosens. Deshalb sei er froh, sich diesen Traum „bis ganz zum Ende aufgehoben“ zu haben.