Miron Muslic‘ großes Plus: Der Trainer hat verstanden, wie Schalke 04 tickt

Drei Partien sind noch zu absolvieren in dieser Saison der 2. Bundesliga. Schon am Samstagabend aber könnte S04 den direkten Aufstieg perfekt machen. Architekt des dann fünften Aufstiegs ins Oberhaus wäre Trainer Miron Muslic. Der Österreicher mit bosnischen Wurzeln hat verstanden, was das Wesen dieses so emotionalen Ruhrgebietsclubs ausmacht, führt Oliver Müller in der Welt aus.
Nach „zwei zermürbenden Jahren“ in der 2. Bundesliga sei nun alles dafür angerichtet, dass Schalke wieder erstklassig spielt. Zuvor hatte zweimal bis zum Schluss der Sturz in die 3. Liga gedroht. Dass Schalke nicht nur um den Aufstieg mitspielt, sondern die Liga beherrscht, hätten „selbst kühnste Optimisten“ vor der Saison nicht zu prognostizieren gewagt. Doch tatsächlich reicht ein Sieg am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf, um sicher aufzusteigen. Je nach Ergebnissen der Konkurrenz könnten sogar weniger als drei Punkte schon genug sein fürs Erreichen des großen Ziels.
Gründe für diesen Umschwung gebe es mehrere, nicht allein die Arbeit von Trainer Miron Muslic. Die Installation von Sportvorstand Frank Baumann sei da zu nennen, nachdem S04 diese Position längere Zeit vakant gelassen hatte. Dessen Wirken habe zu einer merklichen Professionalisierung in vielen Bereichen geführt. Gelungene Transfers und eine besonnene Art kämen in Baumanns Fall hinzu.

Muslic münzt emotionale Energie auf Schalke in Erfolg um
Ganz vorne bei den Gründen für den überraschenden Erfolg sei dennoch der Coach zu nennen: „Der erste Schalke-Trainer seit langer Zeit, der zu diesem Klub und seinem begeisterungsfähigen und gleichzeitig herausfordernden Umfeld passt.“
Dabei war er zuvor im deutschen Fußball ein Nobody gewesen. „Miron wer?“, hätten sich viele Beobachter bei seiner Verpflichtung gefragt. Muslic habe jedoch schnell gezeigt, dass er sich „mit Haut und Haaren“ auf den FC Schalke 04 einlasse. Vor allem habe er verstanden, dass die hohe Emotionalität auf Schalke auch viel Energie bedeute, die man für den sportlichen Erfolg nutzen kann.
„Seine Rechnung war: Wenn die Mannschaft in jedem Spiel den Eindruck vermittelt, an ihre physische Grenze zu gehen, wird sie getragen werden.“ Dazu kam ein stringentes Konzept. Der nicht auf Rosen gebettete Club verstärkte im Sommer zunächst die Defensive. Darauf aufbauend wurde man Herbstmeister, ehe im Winter auch Geld in effiziente Offensivkräfte investiert werden konnte.
Dass die Transformation der Spielweise „im Handumdrehen“ gelang, sei ein weiteres großes Verdienst von Miron Muslic, der zudem über „große Überzeugungskraft“ bei seinen Spielern verfüge. „Er weiß, wie er Spieler für sich gewinnen kann – indem er sie stark redet, ihnen aber auch Raum gibt, ihre Persönlichkeiten zu zeigen.“
So seien Spieler zu Führungskräften gereift, die diese Fähigkeit von sich selbst noch gar nicht kannten: Kapitän Karaman, Schallenberg und auch Keeper Karius trügen die Mannschaft, gäben ihr Stabilität, urteilt Müller. Nun stehe Schalke 04 ganz dicht vor dem Aufstieg – wo der Club ohne Miron Muslic definitiv nicht stünde.