Interviews

Olaf Thon im Deutschen Fußballmuseum: „Dieses Schalke-Spiel bleibt unerreicht“

Olaf Thon
Foto: IMAGO

Olaf Thon gab sich die Ehre. Und zwar im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Dort sprach er anderthalb Stunden lang über seine Karriere, die ihn vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München und wieder zurück sowie auf den Gipfel des Fußballsports, zum Weltmeistertitel führte.


Ebenso gewann Thon, 1966 in Gelsenkirchen geboren und mit dem Fußball bei der STV Horst-Emscher begonnen, mit Schalke 04 gleich mehrere Titel. Dass die Deutsche Meisterschaft jedoch nicht darunter war und wie er heute dazu steht, war in dem Gespräch ebenso Thema wie die Frage, warum er eigentlich kein Trainer geworden ist.

Glücklicherweise wurde dieses Gespräch aufgezeichnet und ist unter den Podcasts des Deutschen Fußballmuseums nachzuhören. Einleitend geht es um jene Zeit, in der er überhaupt erst zum FC Schalke kam, wie sein Stern als gerade 18-Jähriger mit drei Toren im legendären Pokalhalbfinale gegen seinen späteren Club FC Bayern aufging – und welche Rolle Rudi Assauer dabei spielte.

Bis heute bezeichnet Thon jenes 6:6 n. V. als das Highlight seiner Karriere schlechthin, obwohl es sowohl vom Gewinn der WM 1990 als auch vom UEFA-Pokal-Triumph 1997 aus rein sportlicher Sicht noch übertroffen wurde.

Bernard Dietz, Olaf Thon
Photo by Oliver Hardt/Getty Images for DFB

Legendäres 6:6 von Schalke 04 mit Dietz und Thon

Ausgiebig gibt Olaf Thon zudem Auskunft über seine Zeit beim FC Bayern, mit dem er in seinen sechs Jahren dort (1988 – 1994) dreimal Deutscher Meister wurde. Man erfährt, wen er aus der Stammelf verdrängte, mit welchen der Granden von Effenberg über Matthäus bis Basler er gut zurecht kaum und mit welchen weniger.

Dass er im WM-Finale nicht zum Einsatz kam, bedauert Thon offenbar bis heute, hatte er doch mit einer guten Leistung und einem verwandelten Elfmeter im Halbfinale gegen England entscheidend zu dessen Erreichen beigetragen.

Über seine vielen Trainer erfährt man so einiges, wie dass Huub Stevens eine viel humaneren Kern besitze als es oft den Anschein macht. Ebenso seien die Wutausbrüche und Meckereien von Franz Beckenbauer als Teamchef meist reines Theater gewesen, meint jedenfalls der bis heute für Schalke tätige Thon.

Dass er vor diesem Publikum im Jahr 2026 aber nicht als Deutscher Meister 2011 mit Schalke sitze, wurmt ihn noch heute, auch wenn er durchaus bereit ist, überhaupt über jene Ereignisse, in denen S04 zum „Meister der Herzen“ wurde, zu sprechen.

Wer noch viel mehr über die Karriere von Olaf Thon erfahren möchte, aktuell Leiter der Traditionsmannschaft von Schalke 04, der folge diesem Link zum „Legenden“-Podcast des Deutschen Fußballmuseums.