Schalke vor dem Aufstieg? Baumann: „Ich bin nicht gekommen…“

Nach fünf Winter-Zugängen verzichtet Schalke 04 weiterhin auf ein klares Aufstiegsbekenntnis. Sportvorstand Frank Baumann spricht über Ambitionen, Signale und den schmalen Grat zwischen Anspruch und Vorsicht.
Der Tabellenführer der 2. Bundesliga verstärkt sich im Winter gleich fünffach – und vermeidet dennoch weiterhin das große Wort. Beim FC Schalke 04 bleibt der Aufstieg offiziell kein formuliertes Saisonziel. Die Ambitionen allerdings sind unübersehbar. Sportvorstand Frank Baumann machte nach dem Deadline Day deutlich, welchen Anspruch die Königsblauen an sich selbst stellen.
„Wir sind sehr ambitioniert“, sagte Baumann in einer Medienrunde – und verwies dabei auch auf die personellen Entscheidungen der vergangenen Monate. Schon im Sommer habe man bewusst Spieler verpflichtet, die mehr wollten als nur eine Vertragslaufzeit in der zweiten Liga abzusitzen. Diese Linie sei im Winter konsequent fortgesetzt worden.
Dass Schalke trotz Tabellenführung weiterhin darauf verzichtet, den Aufstieg offiziell auszurufen, ist für Baumann kein Widerspruch. Er unterscheidet klar zwischen Ziel und Haltung. „Ich bin nicht gekommen, um sieben Jahre lang zweite Liga zu spielen“, stellte der Sportvorstand unmissverständlich klar – und schloss dabei auch Trainer Miron Muslic ausdrücklich mit ein.
Edin Dzeko als Zeichen: Schalke sendet sportliches Signal
Die Winter-Zugänge sind in diesem Kontext mehr als reine Absicherung. Verpflichtungen wie Edin Dzeko setzten ein sportliches Signal, während Spieler wie Dejan Ljubicic und Adil Aouchiche auch mit Blick auf die kommende Saison verpflichtet wurden. Baumann betonte, dass man gezielt Profile gesucht habe, die den Konkurrenzkampf erhöhen und den Leistungsanspruch innerhalb des Kaders schärfen.
„Wir haben sportlich keinen Spieler verloren, der in der Hinrunde eine gewisse Relevanz hatte. Und dafür haben wir fünf Spieler hinzubekommen, die uns in der Spitze, aber auch in der Breite verbessern.“ Gleichzeitig blieb Schalke seiner vorsichtigen Kommunikation treu. Die hohe Tabellenposition allein sei kein Garant für den Aufstieg, der Weg dorthin bleibe lang. Nach dem Rückrundenstart mit nur zwei Punkten aus drei Spielen ist die Ausgangslage weiterhin komfortabel, aber keineswegs entschieden.
Unterm Strich zeigen die Winter-Transfers dennoch klar, wohin sich der Klub entwickeln will. Auch ohne offizielles Aufstiegsbekenntnis ist die Botschaft eindeutig: Schalke 04 will zurück in die Bundesliga – und hat seinen Kader entsprechend aufgestellt.