Protest beim Topspiel: Fans von Hertha und Schalke stellen Support ein

Der FC Schalke 04 und Hertha BSC wollten ein Fußballfest feiern, doch im Olympiastadion blieb es ungewohnt still. Nach einem Polizeieinsatz und Gewaltvorwürfen boykottierten die organisierten Fans beider Klubs den Support.
Eigentlich war alles angerichtet für ein stimmungsvolles Zweitliga-Topspiel im Berliner Olympiastadion: Über 70.000 Zuschauer, Flutlicht, zwei Traditionsvereine mit Bundesliga-Ambitionen. Doch beim Duell zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 herrschte über weite Strecken ungewohnte Stille. Der Grund: Ein gemeinsamer Stimmungsboykott der organisierten Fanszenen beider Klubs – ausgelöst durch einen Polizeieinsatz rund um den Stadionzutritt.
Bereits vor dem Anpfiff meldete die Fanhilfe Hertha BSC massive Probleme am Einlass zur Ostkurve. In sozialen Netzwerken war von „massiver Polizeigewalt gegen Fans“ die Rede, zudem soll es mehrere Verletzte gegeben haben. Nach Angaben der Fanhilfe seien mindestens 30 Anhänger medizinisch versorgt worden, weitere Fans hätten nach dem Einsatz eine Notaufnahme aufsuchen müssen.
Die Vorwürfe wiegen schwer. In einem späteren Statement hieß es: „Vor dem heutigen Spiel gegen die Mannschaft aus Gelsenkirchen kam es zu massiver Polizeigewalt gegen wartende Fans am Eingang zur Ostkurve.“ Die Polizei habe sich demnach nicht an zuvor getroffene Absprachen gehalten, es habe eine Festnahme „ohne ersichtlichen Grund“ gegeben. Kritisiert wurde zudem ein großflächiger Einsatz von Pfefferspray.
Schalke 04 äußert sich nach Fan-Protesten
Aus Solidarität mit den betroffenen Fans entschieden sich die organisierten Anhänger beider Vereine, auf ihre sonst so prägende Unterstützung zu verzichten. Die Ultras Gelsenkirchen erklärten: „Aufgrund starker polizeilicher Repressionen und Gewalt beim Einlass sowohl auf Gäste- als auch insbesondere auf der Heimseite verzichten heute beide Kurven auf den aktiven Support.“
Während des Spiels blieb es nicht nur bei der akustischen Zurückhaltung. Nach rund 15 Minuten verließ der harte Kern der Berliner Fans geschlossen den Heimbereich. Auch Hertha BSC selbst bestätigte die Vorkommnisse. Der Klub teilte mit: „Es gab vor dem Spiel einen Zwischenfall mit der Polizei und unseren Fans vor der Ostkurve. Hintergründe werden noch ermittelt.“ Man befinde sich dazu im Austausch mit den zuständigen Stellen.
Der FC Schalke 04 äußerte sich ebenfalls öffentlich und erklärte: „Es wird vorerst keinen organisierten Support aus der Schalker Kurve geben. Vor dem Spiel hat es einen Polizeieinsatz im Heimbereich gegeben.“