Warum Schalke 04 einst eine historische Pleite in Mönchengladbach erlebte

Am 7. Januar 1967 schrieben Borussia Mönchengladbach und der FC Schalke 04 Bundesliga-Geschichte. Und dies nicht etwa, weil ihr Duell am Niederrhein auf mit Schnee bedecktem Geläuf stattfand. Vielmehr sicherten sich die Fohlen mit einem zweistelligen Triumph den für längere Zeit höchsten Sieg der Bundesliga, ehe sie 1978 selbst gegen den BVB noch um ein Tor höher gewannen. Für Schalke 04 setzte es hingegen ihre bis heute höchste Niederlage in einem Pflichtspiel.
Dabei hatte es beim Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften am ersten Spieltag der Saison 1966/67 noch ein 0:0 gegeben, sich Schalke den Mönchengladbachern ebenbürtig präsentiert. In das Spiel auf dem verschneiten Bökelberg war Schalke zwar als Team aus dem unteren Drittel der Tabelle gegangen, Gladbach als Fünfter war somit durchaus Favorit. Was sich dann an jenem ersten Spieltag nach dem Jahreswechsel ereignete, ist aber bis heute eine Erwähnung wert.
Jupp Heynckes eröffnete bereits in der 7. Minute das Scheibenschießen, zu dem die Partie gegen den FC Schalke 04 werden sollte. Zweimal Rupp und einmal Laumen schraubten die Führung der Hausherren bereits zur Pause auf 4:0. Direkt nach Wiederanpfiff legte Günter Netzer den fünften Treffer nach und gab damit die unveränderte Tonart für die zweite Halbzeit vor. Insgesamt trafen gleich drei Gladbacher Spieler je dreimal: Jupp Heynckes, Bernd Rupp und Herbert Laumen. Dazu zwei Treffer von Netzer und so stand am Ende ein 11:0 für die Fohlen, die den Schalkern an jenem Tag keine Chance gelassen hatten.

Netzer mit zwei Toren – aber nicht gegen Nigbur
Eine nachvollziehbare Erklärung für dieses bis heute höchste Debakel des FC Schalke 04 gibt es allerdings auch. Nur zwei Tage vor jenem Samstag war die Freundin von Manfred Kreuz, bis dahin Stammspieler bei S04, plötzlich an einem Virus verstorben. Dieses Ereignis hatte im gesamten Team Spuren hinterlassen, die sich in jenem Auftritt äußerten, bei dem die Schalker Spieler völlig neben sich standen. „Der Schock nach Rosemaries Tod war bei mir und der Mannschaft riesig, weil die Kameradschaft sehr groß war“, hatte Kreuz später dann auch zu Protokoll gegeben.
Etwas Positives gab es an diesem Tag wohl nur für einen Schalker. Torhüter Norbert Nigbur war kurzfristig von Trainer Fritz Langner durch Josef Elting ersetzt worden – der dann elfmal den Ball aus dem Netz holen musste und so statt Nigbur auf unrühmliche Weise in die Annalen von Schalke 04 einging.