Presseschau Greuther Fürth vs. Schalke 04: „Turbulentes Spiel bringt S04 unverdienten Punkt“

Durch zwei späte Joker-Tore holt der FC Schalke 04 beim 3:3 in Fürth doch noch einen Punkt. Verdient sei dieser aber nicht gewesen, urteilt die Presse, die zu folgenden Einschätzungen kommt.
Erst habe „nichts geklappt“ bei Schalke 04, sei praktisch alles schiefgegangen, schreibt Andreas Ernst für die WAZ aus dem Frankenland. Am Ende aber stand ein „irres“ 3:3, bei dem S04 überraschend gut begonnen hatte. Sanchez ersetzte den gesperrten Kaminski, Karaman gelang ein „Zaubertor“ zur 1:0-Führung. Nach dem Ausgleich aber sei Schalke „indisponiert“ gewesen in einem „vogelwilden Spiel“. Nach dem 1:3 fehlte zunächst das Aufbäumen und auch die Qualität im Spiel nach vorne. Erst vor dem 2:3 hatten die Knappen ihren ersten Geistesblitz, dem Sylla noch den Ausgleich folgen ließ.
Robin Haack fand die Schalker für dieselbe Zeitung „über weite Strecken klar unterlegen“. Dennoch ging man als „emotionaler Gewinner“ vom Platz, denn der Punkt sei „weder erwartbar noch verdient“ gewesen. „Bedenklich war bei den Schalkern vor allem die Defensivleistung: Es fehlt an Zuordnung, Kommunikation, Einsatzbereitschaft und letztlich auch an Qualität in der Abwehr.“ Positives gab es aber auch. So setzte Amin Younes in seinen 15 Minuten auf dem Feld mehr „spielerische Impulse setzen als all seine Kollegen über die komplette Spieldistanz.“ Und Ausgleichs-Schütze „Syllas Torriecher sucht in der 2. Bundesliga seinesgleichen.“

Später Ausgleich macht Schalke zum gefühlten Sieger
Die Süddeutsche Zeitung lässt die dpa an das auch schon turbulente 3:4 aus der Hinrunde erinnern. Fürth habe sich nach Schlusspfiff wie der Verlierer fühlen müssen. Eine Hauptrolle habe Schiedsrichter Tom Bauer gespielt, der gleich mehrmals seine Entscheidungen nach Videostudium öffentlich erläutern musste. Eine Bewertung der spielerischen Leistungen gibt es an dieser Stelle jedoch nicht zu lesen.
Eher aus Fürther Sicht berichten die Nürnberger Nachrichten vom Spiel. Darin habe Karaman „technisch anspruchsvoll“ zur Schalker Führung getroffen. Danach aber habe Fürth seine Widerstandsfähigkeit gezeigt, sei lange am Drücker gewesen. Die besseren Chancen hätten auch in Halbzeit 2 die Gastgeber gehabt, die sich aber nicht belohnten. Dieser „Chancenwucher rächte sich“, weil Schalke am Ende zwei seiner dann doch wieder vorhandenen Abschlüsse ins Tor beförderte.
Vielleicht, vermutet die Sportschau habe der fehlende tabellarische Stress bei beiden Clubs zu diesem munteren Spiel geführt. Nach der S04-Führung wendete sich das Blatt. „Schalkes Abwehr blieb löchrig. Vor allem mit langen Bällen hatten die Verteidiger Probleme.“ Und weiter: „Schalke mühte sich noch einmal um den Anschluss, blieb aber hinten weiter extrem offen.“ In der Schlussphase rettete S04 dann doch noch einen Punkt – obwohl man lange wie der Verlierer aussah.
Der Kicker kürt Kenan Karaman zum „Spieler des Spiels“ in einer „unterhaltsamen Partie mit einem turbulenten Spielverlauf“. Nach einer wilden Phase in Durchgang 1 sei Schalke wieder etwas strukturierter aus der Pause gekommen, ließ dennoch zahlreiche Fürther Chancen zu. Der so häufig an diesem Tag bemühte VAR verhalf Syllas Tor und damit Schalke 04 doch noch zu Gerechtigkeit und einem Punkt.
der VAR war an diesem Tag völlig überfordert, daher war das Remis am Ende nicht unverdient! Warum schreitet der VAR beim Elfmeter nicht ein und bitte den Schiedsrichter sich das vermeintliche (Nicht-) Foul am Monitor anzusehen? Warum schreitet der VAR nicht ein, als der Schütze zum 3:1 vorher den Ball mit der Hand berührt (es ist nämlich unerheblich ob es Absicht war oder er angeschossen wurde)?
Wenn der VAR korrekt gearbeitet hätte dann wäre es ja sogar ein „unverdienter“ Sieg für Schalke gewesen.
So aber verhalf der VAR „zu Gerechtigkeit und einem Punkt“ laut Kicker.
Die mit Abstand beste Spielzusammenfassung kam nach meiner Meinung von den „Nürnberger Nachrichten“.
Da kamen die Worte „gerecht“ oder „Gerechtigkeit“ auch erst gar nicht vor. Diese Worte passen auch nicht zum Fußball. Fussball funktioniert in einer komplett anderen Logik.
Das mit der Gerechtigkeit ist so eine Gefühlssache. Und diese Gefühlssache kann man immer so oder so empfinden…