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Aufsichtsrats-Boss Hefer fordert: Jetzt nicht die Nerven verlieren

Axel Hefer
Foto: imago images

„Die aktuelle Situation kann niemanden zufriedenstellen.“ Tabellenplatz 16 und nur vier Saisonsiege: Das ist nicht das, was Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Axel Hefer erwartet hat. Doch der 46-Jährige fordert jetzt, „nicht die Nerven zu verlieren“.


Hefer führt auf der S04-Website die Gründe für den Misserfolg auf. „Die Veränderungen auf vielen Schlüsselpositionen im Kader, ausgelöst durch den Abstieg, waren gravierend und begleiten uns durch den bisherigen Saisonverlauf“, meint der gebürtige Hagener. Der Start in die neue Spielzeit sei „denkbar schlecht“ geraten. Erst mit der Verpflichtung von Karel Geraerts (41) als neuem Chef-Trainer habe man die „Negativspirale“ zumindest „teilweise stoppen“ können.

Der Aufsichtsrats-Chef erwartet vom Vorstand um Peter Knäbel (57), der die Königsblauen im nächsten Jahr verlassen wird, „eine offene und umfängliche Fehleranalyse“. Bis zum Winter wollen die Verantwortlichen wissen, „welche Veränderungen und Anpassungen nötig sind – auf und neben dem Platz“. Nur so könne der FC Schalke 04 „langfristig erfolgreich arbeiten“, ist sich Hefer sicher.

Der Aufsichtsrat propagiert das Konzept des „nachhaltigen Aufstiegs“. So gelte es eine „Mannschaft aufzubauen, die nicht nur aufsteigen, sondern anschließend auch die Klasse halten kann“. Die Schalker Fans sollten sich „im Klaren sein“, dass dies „durchaus mehrere Jahre dauern“ könne.

„Geld allein schießt eben keine Tore“

Trotz der sportlich nicht zufriedenstellenden Ausgangslage sei die jetzige Situation nicht mit 2020/21 vergleichbar, urteilt Hefer, und zwar „absolut nicht“. Mit nur drei Siegen und 16 Zählern stürzten die Knappen als abgeschlagener Tabellenletzter in die 2. Bundesliga ab.

Der frühere CEO der Online-Hotel-Suchmaschine „trivago“ erinnert sich. Damals sei „Schalke tief gespalten“ gewesen. Die Verantwortlichen hätten „in wenigen Jahren über 150 Millionen Euro in Spieler investiert, von denen viele nur motiviert durch die Höhe des Gehalts kamen“. Eine „zweifelhafte Motivation“, betont Hefer und schließt daraus: „Geld allein schießt eben keine Tore.“ Doch jetzt habe man „innerhalb von zwei Jahren die Altschulden um circa 40 Millionen Euro reduziert“.

Ab dem 1. Januar 2024 übernimmt Matthias Tillmann auf Schalke den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Hefer kennt den 39-Jährigen aus der gemeinsamen Zeit bei „trivago“. „Er hat genau die Durchsetzungsstärke, die es braucht, um notwendige Entscheidungen zu treffen und damit verbundene Änderungen vorzunehmen“, schwärmt er von Tillmann, der bis zum 31. Dezember 2023 noch als Finanzvorstand bei dem Online-Dienstleister wirkt.

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Christian Peter

!!!! Echter Knaller !!! Laut eingen Medien will Tillmann sein Job im Januar erst gar nicht antreten sondern wieder zurücktreten.

Christian Peter

Sport 1 und SportBild haben davon heute bereichtet wenn das passiert ist Heger auch Geschichte.

Willi

Ich habe davon auch gelesen der komplette Vorstand wird im.Januar wohl zurücktreten und eine Gruppe über Ingo Anderbrügge und Stevens will Tönnies wieder installieren