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Spielfreudiger FCN nutzt Schalker Müdigkeit eiskalt aus und siegt mit 3:0

Miron Muslic
Foto: IMAGO

Selten dürften sich Schalke-Fans so wenig über eine Niederlage geärgert haben. Beim befreundeten 1. FC Nürnberg verlor der Zweitliga-Meister deutlich mit 0:3 (0:2). Ein Eigentor von Schallenberg nach 19 Minuten leitete die Schlappe ein. Koudossou (45.+1) und Zoma (72.) sorgten für den Endstand.


Torwartwechsel bei Schalke: Müller vertrat Karius, der zur Geburt seines Kindes nach Italien gereist ist. Trainer Muslic brachte im Vergleich zum 1:0 gegen Düsseldorf außerdem Sánchez und Vitalie Becker für Kurucay (verletzt) und Ndiaye (Bank) in die Anfangsformation.

Die Partie begann gemächlich. Allerdings nicht für Nürnbergs Markhiev, der mit seinem Teamkollegen Fernández zusammengerasselt war und am Kopf behandelt werden musste. Doch für den Sechser im Mittelfeld der Franken ging die Partie nach kurzer Pause weiter.

Der erste Torschuss ließ lange auf sich warten. Erst nach 14 Minuten zog Karaman Richtung FCN-Kasten ab, zielte aber zu hoch.

Wie so oft brachte ein Standard den Erfolg. In der 19. Minute legte Justvan am zweiten Pfosten quer auf Gruber. Dessen Abschluss fälschte zunächst Sánchez und anschließend Schallenberg unglücklich ab. Der Ball kullerte zur Führung der Hausherren ins Netz.

Postwendend fiel fast der Ausgleich. Karaman bediente Aouchiche im Sechzehner perfekt. Der Mittelfeldmann fackelte nicht lange und schloss halbhoch ab. Mathenia streckte sich und verhinderte den Treffer mit einem glänzenden Reflex (22.).

Das vermeintliche 2:0 durch Zoma hatte nicht lange Bestand, da der Stürmer einen Tick zu früh gestartet war und dadurch im Abseits stand (27.).

Die Knappen blieben in der gegnerischen Hälfte jedoch ziemlich ungefährlich. Nach einer Phase mit mehr Zug zum Tor verflachte das Offensivspiel der Schalker wieder.

Nürnberg war besser in der Partie. Nach einem schönen Doppelpass zwischen Justvan und Finn Becker fehlte am Ende die Präzision. Justvan übersah Lubach und setzte seinen Schuss über den Kasten (44.).

Der FCN sollte dennoch mit einem 2:0-Vorsprung in die Pause gehen. Nach Grubers feinem Zuspiel über die Abwehr hatte Koudossou freie Bahn. Der Rechtsverteidiger zielte auf das kurze Eck und profitierte davon, dass Müller die Torwartecke frei gemacht hatte (45.+1).

Nürnberg legt nach

Der zweite Durchgang begann turbulent. Zunächst ließ Nürnberg durch Lubach die Vorentscheidung liegen. Der Pfosten rettete für Königsblau. Schalke schlug zurück. El-Faouzi überwand zwar den Keeper, doch Lochoshvili stand goldrichtig und klärte die Situation in höchster Not auf der Torlinie. Karaman setzte den Nachschuss weit über das Tor (47.).

Die Knappen kamen druckvoller aus der Kabine. Doch die Franken verteidigten leidenschaftlich das 2:0. In der 58. Minute rettete erneute das Aluminium die Gäste. Müller lenkte einen Kopfball von Fernández an den Außenpfosten.

Lange hatte Zoma es probiert. Zweimal stand er bei vermeintlichen Toren im Abseits. Versuch Nummer drei in der 72. Minute zählte dann aber. Der FCN-Stürmer lauerte an der Mittellinie und behielt im Eins-gegen-Eins mit Müller die Nerven. Mit Hilfe des linken Pfostens beförderte er die Kugel zum 3:0 über die Linie.

Felipe Sanchez
Foto: IMAGO

Der Ball schien heute nicht ins Nürnberger Tor zu wollen. Sánchez versuchte es nach einer Ecke artistisch im Fallen. Sein Schuss aus kurzer Distanz sprang aber vom linken Pfosten zurück ins Feld (78.). Im Gegenzug hätte Zoma das Resultat fast auf 4:0 geschraubt. Doch Müller hatte etwas dagegen und blieb Sieger.

Das Spiel plätscherte jetzt dem Ende entgegen. Der Club hatte sich ein Stück weit zurückgezogen und überließ den Knappen das Leder. In der Nachspielzeit bot sich Ayhan die Chance, den Ehrentreffer zu erzielen. Der Kopfball flog aber am Kasten vorbei.

Fazit: Nürnberg gewann völlig zu Recht gegen offensiv weitestgehend harmlose Schalker. Der Club überzeugte durch flüssiges Zusammenspiel und eine Vielzahl an Gelegenheiten. Vor allem den quirligen Zoma bekamen die Knappen nicht in den Griff. In der Offensive mangelte es Königsblau an zündenden Ideen, um die FCN-Abwehr zu überwinden. Nach den Feierlichkeiten fehlte auf dem Platz die nötige Frische.

S04: Müller – T. Becker (77. Leonard), Ayhan, Sánchez, V. Becker (46. Ndiaye) – Schallenberg (64. Antwi-Adjei), El-Faouzi (77. Bachmann) – Ljubicic, Karaman, Aouchiche – Sylla (71. Dzeko)

FCN: Mathenia – Koudossou, Gruber, Lochosvili, Danilo Soares (68. Yilmaz) – Markhiev, Fernández – Justvan (81. Soldic), F. Becker (77. Nzingoula), Lubach (68. Porstner) – Zoma (81. Scobel)

Tore: 1:0 Schallenberg (19., Eigentor), 2:0 Koudossou (45.+1), 3:0 Zoma (72.)