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Die Gründe für Schalkes enorm hohe Trainer-Fluktuation

Manuel Baum
Foto: imago images

Möglicherweise ist heute schon der letzte Arbeitstag von Frank Kramer beim FC Schalke 04 gekommen. Dabei ist das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim Teil des erst zehnten Spieltags der laufenden Saison. Doch die Ausbeute ist mager, Kramer wackelt. Der nächste Trainerwechsel rückt näher. Warum hat Schalke 04 so einen hohen Verschleiß an Trainern in den letzten Jahren?


Eine Zeitung rechnet vor: Allein in den letzten zwei Jahren gab es nicht weniger als sieben verschiedene Trainer beim Bundesliga-Club aus Gelsenkirchen. Hier die Liste der sieben Namen:

  • David Wagner
  • Manuel Baum
  • Huub Stevens
  • Christian Gross
  • Dimitrios Grammozis
  • Mike Büskens
  • Frank Kramer

Nun mag es etwas unfair anmuten, ausgerechnet die absolute Krisensaison 2020/21 hinzuziehen, wenn man die Halbwertszeit von Trainern auf Schalke beurteilen möchte. Einen derartigen sportlichen Absturz, wie er dem damaligen Team unterlief, hat man schließlich selten zuvor in der Bundesliga gesehen – zumindest nicht von einem Team, das niemand auf dem Zettel hatte bei der Frage nach den Abstiegskandidaten.

Und doch finden sich Gründe, die über diese eine sportliche Seuchensaison hinausgehen, warum sich Trainer auf Schalke zuletzt selten länger halten können.

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Druck wegen der Schulden auf Schalke hoch

Als erstes nennt jene Zeitung die Finanznot auf Schalke als Ursache für die vielen Wechsel. Was eigentlich konterintuitiv klingt, wird so begründet: Der Druck, in der Bundesliga zu bleiben ist aufgrund der immensen Schulden enorm hoch. Deshalb hat man in Krisensituationen wenig Geduld und versucht(e) mit vielen Trainerwechseln, die Wende herbeizuführen.

Doch aus dem Geldmangel ergibt sich auch direkt ein weiterer Grund: Etablierte Trainer, die einigermaßen Erfolg garantierten könnten, kann Schalke 04 derzeit nicht bezahlen. So bedient man sich zuletzt meist in unteren Regalen. Trainer wie Manuel Baum oder Dimitrios Grammozis waren zwar keine blutigen Anfänger mehr, hatten aber nur wenige Erfolge in ihrer Vita vorzuweisen.

Daraus wiederum leitet sich der dritte Grund für die hohe Fluktuation ab: Die verpflichteten Trainer haben kein allzu großes Standing unter den Schalke-Profis im Kader, werden schneller kritisiert und verlieren den Rückhalt, als das bei arrivierten Trainern wohl der Fall wäre.

Resultat aus all dem ist: Ab morgen könnte man auf Schalke auf der Suche nach dem bereits 8. Cheftrainer in den letzten zweieinhalb Jahren sein.

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