2. Bundesliga

Eindruck täuscht: Schalke ist tatsächlich das offensivste Team der 2. Bundesliga

Kou Itakura
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Eine Analyse einer Sportzeitschrift ergab jetzt einige Erkenntnisse, die so manchen Schalke-Fan überraschen dürfte. Demnach stellt der FC Schalke 04 in Bezug auf die Spielweise das offensivste Team der gesamten 2. Bundesliga. Der optische Eindruck ist oft ein anderer, täuscht aber, glaubt man den objektiven Daten zu diesem Thema.

Wie Sport.de berichtet, liegt Schalke 04 zwar bei der Zahl der erzielten Tore nur auf Rang 5 der Liga. Bislang trafen die Knappen 35 mal ins gegnerische Tor, vier Clubs waren da eben besser. Doch schon bei der Zahl der abgegebenen Torschüsse nimmt der Revierclub die ligaweite Spitzenposition ein.

Vor allem aber ist die Position des Teams auf dem Spielfeld deutlich gewagter als im Durchschnitt der 2. Bundesliga. Satte 1,5 Meter höher lässt Trainer Dimitrios Grammozis seine Mannschaft sich positionieren als jene 34,7 Meter, welche die Abwehrreihen der übrigen Teams vor der eigenen Torauslinie stehen.

Und dieser Wert wird sogar noch größer, wenn man auf das Mittelfeld blickt. Gleich 4,5 Meter weiter vorne steht das Mittelfeld des FC Schalke 04 als der Schnitt von 15,2 Metern vor der eigenen Abwehr bei den übrigen Mannschaften.

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Grammozis viel mutiger als vermutet

In der Offensive ist der Unterschied dann nicht mehr ganz so groß, aber immer noch beeindruckend. Zudem liegt ja der Ausgangswert liegt bereits viel höher. Die Knappen stehen im Schnitt 21,9 Meter vor ihrem Mittelfeld, beim Rest der Liga sind es 19,9 Meter.

Diesen Mut zur Offensive ließ Trainer Dimitrios Grammozis aber auch erst sukzessive in seine Spielweise einfließen. Zu Beginn der Saison waren all diese Werte noch deutlich niedriger, wurden von ihm dann immer mehr gesteigert, bis sie aktuell sogar deutlich über dem Durchschnittswert von Schalke 04 liegen. Die Wahrnehmung viele Fans täuscht also, dass Grammozis viel zu defensiv und wenig dominant spielen lassen: Kein anderes Team der Liga ist so weit vorne aufgestellt wie der FC Schalke 04.

Die Gründe dafür nennt die Analyse auch:

1. Grammozis will, dass es stets Abnehmer im Strafraum für die sehr guten Flanken von Thomas Ouwejan gibt.
2. So will Grammozis den Gegner zu hohen Bällen zwingen, die die kopfballstarke Schalker Defensive gut abräumen kann.

Bislang gelingt dies alles meistens gut, aber naturgemäß nicht perfekt. Tabellenplatz 6 lässt dennoch weiter alle Chancen offen, am Ende einen der ersten drei Plätze zu belegen. Zumal Grammozis sicher nicht von seiner stets gesteigerten Offensive abweichen wird.