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Schalke macht wieder Spaß: SO kann der Aufstieg gelingen!

Malick Thiaw
Foto: IMAGO

Es war eines der besten Spiele in dieser Saison. Umso bitterer, dass Schalke am Samstagabend nicht mehr als einen Punkt aus dem Volksparkstadion mitnehmen konnte. Erst in der 86. Minute konnte der Japaner Ko Itakura nach Vorlage von Bülter für den Ausgleich sorgen. Was aber noch wichtiger ist, als der Punktgewinn: Schalke macht endlich wieder Spaß!

Spielerische Entwicklung deutlich erkennbar

Über weite Strecken der Saison konnten die Königsblauen spielerisch nicht überzeugen. Oft fehlte ihnen die Idee im Offensivspiel, meistens lief es über den Niederländer Ouwejan und Torjäger Simon Terodde. Nun ist der Rekordtorschütze der zweiten Liga aber seit einigen Wochen verletzt, weswegen Schalke die Taktik ändern musste. Und das ist ihnen gelungen.

Im ersten Spiel ohne Terodde feierte Schalke zu Hause einen 5:2-Kantersieg gegen den SV Sandhausen. Tolle Tore, u.a. ein Hackentor von Bülter, inklusive. Darauf folgte eine 1:2-Niederlage am Millerntor gegen den Tabellenführer St.Pauli, wo die „Knappen“ in der ersten Halbzeit nicht zu überzeugen wussten, sich in Halbzeit zwei aber ein wenig steigern konnten.

Trotzdem war der Druck im darauffolgenden Spiel gegen den 1. FC Nürnberg groß, denn man wollte zeigen, dass man auch gegen die direkte Konkurrenz gewinnen kann. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte Schalke nur ein Duell gegen eine Top 10-Mannschaft für sich entscheiden (1:0-Sieg in Paderborn). Cheftrainer Grammozis, der aufgrund einer Corona-Infektion in diesem Spiel gar nicht auf der Bank saß, war dementsprechend unter Druck.
Aber Schalke konnte dem Druck standhalten und gewann überzeugend mit 4:1 gegen die Freunde aus Franken. Es war auch spielerisch einer der besten, vielleicht sogar DER beste, Auftritt in dieser Saison.

Nun kam Schalke am vergangenen Samstag in Hamburg nicht über ein Remis hinaus, obwohl man, vor allem in Halbzeit zwei, die bessere Mannschaft war. Bei vielen Schalke-Anhängern überwiegt aber die Freude darüber, eine gute Partie abgeliefert zu haben und dass die Mannschaft bis zum Ende guten Fußball in Kombination mit Wille und Leidenschaft angeboten hat.

Macht Grammozis Schalke wieder erstklassig?

So viel Kritik der griechische Trainer Grammozis einstecken musste, als im Schalker Offensivspiel kaum ein Plan erkennbar war, umso mehr Kredit bekommt der Coach nun bei den Fans. Man erhofft sich, dass der Trend der letzten Spiele, allen voran was die spielerischen Elemente betrifft, im neuen Kalenderjahr fortgesetzt wird. Denn eines ist klar: Schalke muss (voraussichtlich) in der Rückrunde mehr Punkte holen als in der ersten Hälfte der Saison. Allen voran gegen die direkten Konkurrenten, wie z.B. gegen St. Pauli, Darmstadt, Heidenheim, Werder oder Regensburg, gegen die die Königsblauen insgesamt nur einen mageren Punkt holen konnten.

Dafür soll intern von der Mannschaft und der sportlichen Führung um Rouven Schröder mehr Flexibilität im Spielsystem von Grammozis gefordert worden sein. Schröder präferiere laut „SportBild“ wohl ein 4-3-3, auch in der Mannschaft erhoffe man sich mehr Variation.
Zwar hat Grammozis auch zuletzt grundsätzlich an der Dreierkette festgehalten, allerdings konnte man beim Spiel gegen den HSV bereits erkennen, dass der Japaner Itakura bei eigenem Ballbesitz neben Palsson ins defensive Mittelfeld gerückt ist. Möglicherweise eine Umstellung, die auch in der Rückrunde des Öfteren mal zu sehen sein wird?

Grammozis hat durch die letzten Ergebnisse auf jeden Fall bis auf Weiteres eine Job-Garantie von Schröder und Knäbel bekommen. Es bleibt abzuwarten, wie lange diese anhält. Der direkte Wiederaufstieg bleibt das klare Ziel.

Wenn Schalke so auftritt wie zuletzt, ist das auf jeden Fall auch möglich. Die Qualität im Kader ist da, vor allem, wenn im neuen Jahr Terodde wieder fit ist, sowie auch Latza und Drexler, von denen man sich erhofft, dass sie ihre Leistungen steigern und zeigen können, wofür sie geholt wurden.
Auch Salif Sane könnte in der Rückrunde wieder eine Rolle spielen. Er gab gestern sein Comeback nach erneuter Verletzungspause. Auf Schalke hofft man, dass der Senegalese nun fit bleibt und im Kampf um den Aufstieg mithelfen kann. Er würde sowohl in der Innenverteidigung, als auch im defensiven Mittelfeld, eine Alternative darbieten.

Transferphase wird genutzt

Die Schalker Spieler haben nun einen knappen Monat spielfrei. Zeit also, um zu regenerieren. Wer sich nicht ausruhen kann, ist Sportdirektor Rouven Schröder. Er hat bereits in den vergangenen Wochen durchblicken lassen, dass Schalke das Wintertransferfenster noch nutzen wird. Es sei noch Restbudget da, um den Kader für das Ziel Wiederaufstieg zu verstärken.
Man wird voraussichtlich im Sturm nachlegen. Auch, wenn Darko Churlinov zuletzt vorne überzeugen konnte, sucht man weiterhin nach einem Ersatz für Matthew Hoppe, der am letzten Tag des Sommertransferfensters für 3,5 Millionen Euro nach Mallorca gewechselt ist. Man will dadurch flexibler werden, um möglicherweise auch mal im 4-3-3-System aufzutreten.

Auch auf der Abgangsseite kann noch einmal ordentlich Schwung reinkommen. Schalke hat mit Dries Wouters, Timo Becker und Kerim Calhanoglu drei Spieler, die in dieser Saison überhaupt nicht zum Zug kommen und entsprechend unzufrieden sind. Möglich, dass sie Schalke per Leihe verlassen.

Schröder hat auf jeden Fall jetzt genug Zeit, um sich auf die Kaderbaustellen zu konzentrieren. Was die Personalie Grammozis angeht, herrscht nach den guten letzten Auftritten nämlich erst einmal Ruhe.