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Architekt des Parkstadions Horst Klement verstorben

Parkstadion
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Wie der FC Schalke 04 erst jetzt bekannt gab, ist Horst Klement bereits am 20. Februar dieses Jahres verstorben. Klement war einer der Architekten des zur WM 1974 errichteten Parkstadions, in das der Club von der Glückauf-Kampfbahn umzog. Darin wurde eine Ära geprägt, ehe man schließlich zu Beginn dieses Jahrhunderts in die damalige Arena auf Schalke weiterzog.

Rund 19 Millionen Besucher verzeichnete Schalke 04 in den 28 Jahren des Betriebs des Parkstadions. Bereits 1973 konnte man dort erstmals seine Bundesliga-Spiele austragen. 2001 war mit dem 5:3 über die SpVgg Unterhaching schließlich Schluss, als man für vier Minuten „Meister der Herzen“ war, ehe der FC Bayern den Schalkern den Titel doch noch entriss. Außerdem geschah neben den drei Abstiegen auch das Hinspiel des UEFA-Pokalsiegs im Parkstadion. Durch seine markanten Flutlichtmasten war es weithin zu sehen, wurde aber auch oft wegen des größtenteils fehlenden Daches gerne einmal von den Fans verflucht.

Schon 1969 wurde der Grundstein gelegt für das bei seiner Eröffnung trotz einiger Unannehmlichkeiten hochmoderne Stadion. Neben den Spielen des FC Schalke 04 fand hier zudem die WM 1974 sowie die EM 1988 statt, dazu etliche Konzerte von großen Stars sowie ein Papstbesuch mit Messe im Parkstadion.

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Klement nicht zufrieden mit der Umsetzung

Was viele wohl nicht wussten, ist, dass der Name „Parkstadion“ durch eine Publikumsausschreibung der Stadt Gelsenkirchen gefunden wurde. Es wurde schließlich die Bezeichnung „Parkstadion“, weil die Anlage in einer parkähnlichen Umgebung lag.

Architekt Klement war übrigens mit der tatsächlichen Umsetzung seiner Pläne nicht sonderlich zufrieden. Nach seinen Plänen hätte auch das Parkstadion ein Dach ähnlich dem Olympiastadion in München erhalten sollen. Dafür fehlte aber offenbar das nötige Geld. Anders als in München hätte das Ganze aus viel Grün mit „Bäumen bis unters Dach“ bestanden, wie die Ruhrnachrichten zu berichten wissen.

Weitere große Projekte, die nach den Plänen von Horst Klement realisiert wurden, sind das Römisch-Germanische Museum in Köln, die Anlage der Bundesgartenschau in Karlsruhe oder eine Finanzschule in Nordkirchen. Klement hatte tatsächlich längere Zeit selbst in Gelsenkirchen gelebt und gearbeitet, war dann aber nach Bayern gezogen, wo er also im Februar verstarb, was erst jetzt bekannt wurde.

In den Überresten seines komplett umgestalteten Parkstadions spielen heute die Nachwuchsmannschaften aus der Knappenschmiede. Von damals ist lediglich die Gegengerade sowie – zumindest aktuell noch – ein Flutlichtmast geblieben.