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Presseschau zum fünffachen Rauswurf auf Schalke: „Krasser Sanierungsfall“

1:5 verlor Schalke 04 in Stuttgart. Doch die großen Schlagzeilen macht der Rundumschlag am nächsten Tag. Gleich fünf Mann aus der Reihe der sportlich und strukturell Verantwortlichen wurden gefeuert. Das sagt die Presse zur Lage auf Schalke.

Im Meinungsstück von Philipp Selldorf in der SZ nennt dieser den FC Schalke einen „krassen Sanierungsfall“. Die Meldung von der mehrfachen Entlassung am Sonntag sei „wie die Katastrophenmeldung von einem Drama auf hoher See. Als ob sich auf einem untergehenden Schiff die Besatzung vor dem Ertrinken noch gegenseitig umbringen würde. Das drastische Eingreifen zeugt jedoch davon, dass der Verein und seine Aufseher zu lang gezögert haben, um zu handeln.“ Mit der Vergangenheit solle man sich aber nicht mehr aufhalten. Die anstehenden Entscheidungen seien „von schicksalhafter Bedeutung, die Zukunft des Vereins hängt an ihnen.“

Die 11Freunde sehen gar eine „Implosion auf Schalke“, einen „vollständigen Zusammenbruch eines Vereins“, der doch zu spät komme. Die jetzigen Entlassungen seine eine „Aktion, die höchstens zur Sym­bolik nützt, und wirksam schon im Winter hätte erfolgen müssen.“ Man frage sich, wer jetzt überhaupt Verantwortung übernehmen solle. Warnend formuliert man dunkle Aussichten: „Sollte Schalke nach dem Kollaps diese [nötigen, neuen] Strukturen nicht bald instal­lieren, wird dieser Tag nicht als Neubeginn eingehen, sondern als Anfang vom Ende.“

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Jahrelange verfehlte Personalpolitik

Die Frankfurter Rundschau findet ebenfalls klare Worte und spricht von den „peinlichsten Schalkern, die es je gab“. Gross sei eine absehbare Fehlbesetzung gewesen, eine von vielen Fehlentscheidungen des „heillos überforderten“ Schneider. Gegenwärtig gebe es „Führungslosigkeit und fehlende Kompetenz auf allen Ebenen“. Immerhin habe man nun genug Zeit, sich auf die 2. Bundesliga angemessen vorzubereiten. Indes: „Ob sie das hinbekommen, ist angesichts der letzten Jahre nicht gewiss.“

Der Express urteilt noch harscher: „Ratlos, planlos, hilflos“ agiere der FC Schalke 04. Dies allerdings nicht erst seit gestern. „Die historische Krise kam dabei nicht über Nacht – sondern ist das Resultat jahrelanger Misswirtschaft und unzähliger Fehltritte. Sage und schreibe 14-mal wechselten die Gelsenkirchener in den vergangenen elf Jahren den Trainer. Eine sportliche Entwicklung war dadurch langfristig schlicht unmöglich.“ Und die Zukunft sei angesichts der maroden Finanzen völlig ungewiss. „Wann und ob sich Schalke die Bundesliga überhaupt wieder leisten kann, ist völlig unklar.“