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Schneider im Interview: 2020 war „Albtraum“ und sportlich eine „Katastrophe“

David Wagner und Jochen Schneider
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Im Interview mit dem Sportbuzzer nimmt Jochen Schneider kein Blatt vor den Mund und wählt drastische Worte für den Verlauf des Jahres 2020 aus Schalker Sicht. Zudem gesteht er ein, dass man nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 „nicht konkurrenzfähig“ gewesen sei. Zudem blickt er darauf, was sich auf Schalke im Abstiegsfalle änderte.

In den Vordergrund rückt Jochen Schneider beim Blick auf die „Katastrophe“, wie er das sportliche Abschneiden im Jahr 2020 bezeichnet, die ständig lange Liste an Verletzten. Er spart aber auch nicht mit Selbstkritik, weil man nach dem ersten Lockdown verpasst habe, den Kader in einen spielfähigen Zustand versetzen. Das sei keine explizite Kritik an Trainer David Wagner, sondern lediglich eine „nüchterne Feststellung“. Zudem habe man diesen Umstand mit dem Trainerteam aufgearbeitet. Dennoch wär es besser gewesen, man hätte sich bereits im vergangenen Sommer von David Wagner getrennt. Mit dem heutigen Wissen sei es ein Fehler gewesen, doch die Hoffnung sei vorhanden gewesen, dass man in besserem körperlichen Zustand wieder an die erfolgreiche Hinrunde 2019 würde anknüpfen können. Diese sei dann mit dem 0:8 beim FC Bayern München in sich zusammengefallen.

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Gross‘ Zukunft ungeklärt

Allerdings sei die Situation für den FC Schalke 04 in wirtschaftlicher Hinsicht anders als berichtet nie existenzbedrohend gewesen. Das wäre nur der Fall gewesen, wenn die Bundesliga längerfristig hätte pausieren müssen, was bekanntlich nicht der Fall war. Die Bundesliga war die erste weltweit von den größeren Sportligen, die mitten in der Pandemie ihren Betrieb wieder aufnahm.

Der gegenwärtige Trainer Christian Gross sei nach Schneiders Auffassung der richtige Mann, um den immens schweren Abstiegskampf zu bestreiten. Über eine Weiterbeschäftigung am Ende der Saison habe man sich aber noch keine Gedanken gemacht. Solle Gross nicht erfolgreich sein im Kampf gegen den Abstieg, würde sich enorm viel ändern auf Schalke. Das aktuelle Team sei nicht für die 2. Bundesliga zusammengestellt, die Veränderungen wären also „gewaltig“. Ob Schneider dann noch auf Schalke tätig sein würde, macht er selbst von der Entscheidung der Verantwortlichen abhängig. Er sei niemand, „der in so einer Lage an seinem Sessel klebt.“